Das Onlineportal »TheraKey« soll die Arzt-Patienten-Kommunikation unterstützen und passend zur individuellen Diagnose fachlich fundierte, qualitätsgesicherte Informationen liefern. Den Auf- und Ausbau der Online-Angebote für chronisch erkrankte Patienten begleiten die Forscher des Fraunhofer IDMT. Bereits jetzt lassen sich sowohl eine sehr gute Nutzbarkeit als auch eine aufschlussreiche Informationsqualität belegen.

Um die Usability eines Online-Angebotes zu bewerten und zielgerichtet Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten, unterziehen die Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT Web-Services einem umfassenden Technik-Check. Geprüft wird dabei unter anderem, ob die Plattform-Lösung die Anforderungen und Standards der neuesten Webtechnologien erfüllt. »Die technische Umsetzung ist aber nur ein Aspekt, der letztlich dem übergeordneten Ziel dienen muss, einen Web-Service zu generieren, der den Erwartungen und Anforderungen aller Nutzergruppen entsprechen kann«, so Dr. Martina Lucht vom Fraunhofer IDMT. Eines der wichtigsten Projekte in diesem Zusammenhang ist »TheraKey®«. Die Fraunhofer-Forscher begleiten das von der BERLIN-CHEMIE AG im Jahr 2013 gestartete Online-Projekt von Anfang an intensiv. Das Fraunhofer IDMT verbesserte zunächst Schritt für Schritt die Benutzerführung und Informationsaufbereitung. Danach unterzogen die Fraunhofer-Forscher die Prototypen der Arzt-Patienten-Kommunikationsplattform umfangreichen Praxistests. In einer empirischen Studie berücksichtigen sie die Erfahrungen und Bewertungen von 869 Ärzten, 2.770 Patienten und 2.061 Angehörigen. »Wichtigste Ergebnisse der Studie waren eine nachweislich sehr hohe Informationsqualität sowie überwiegend exzellente Bewertungen der Nutzbarkeit«, so Lucht.

Verlässliche Informationsquelle für Arzt und Patient

Ziel des »TheraKey® Onlineportals«, ist es, die Kommunikation zwischen Ärzten und ihren Patienten gezielt zu unterstützen. Denn wenn es darum geht, die eigene Erkrankung besser zu verstehen, ist der Arzt des Vertrauens eindeutig der bessere Ansprechpartner als »Dr. Google«. Für »Diabetes« etwa ist die Trefferliste der Suchmaschine mehr als 240 Millionen Einträge lang. Für Patienten und ihre Angehörigen ist es schlicht nicht möglich, der Flut an Informationen Herr zu werden und dann noch zwischen fachlich richtig und fundierten, also »guten« und »schlechten« Seiten zu unterscheiden. Im Gegensatz zur Informationsflut von allgemeinen Internetangeboten ist die Web-Plattform nicht öffentlich zugänglich. Vielmehr kann der Arzt, der das System zur Ergänzung der Patientengespräche in der Praxis verwenden will, eine Zugangsberechtigung beantragen. Danach kann er seinen Patienten und dessen Vertraute (Angehörige, Freunde) über einen »TheraKey«, also den für das Login erforderlichen Code, zum Onlineportal einladen, in dem die Informationen gezielt für ihre Bedürfnisse aufbereitet sind.

»Arzt-Information in passender Dosierung«
Ziel des »TheraKey® Onlineportals«, ist es, die Kommunikation zwischen Ärzten und ihren Patienten gezielt zu unterstützen. Bild: Berlin-Chemie AG

Mehrwert durch individuelle Unterstützung

Inzwischen richtete das Pharma-Unternehmen die Online-Plattform in sieben Versionen für die Indikationen Diabetes, COPD, Ejaculatio praecox, Hypertonie, Gicht und Angina pectoris ein. Aktuell nutzen Ärzte und ihre Patienten das Arzt-Patienten-Portal noch im Piloteinsatz. Auf der Online-Plattform sind zu den einzelnen Krankheitsbildern herstellerunabhängige und produktneutrale Informationen aus verlässlichen Quellen hinterlegt. Die Inhalte sind auch für den Laien verständlich und teils interaktiv aufbereitet. »Gemeinsam mit dem Plattform-Betreiber entwickelten wir beispielsweise für verschiedene Nutzergruppen passende Avatare«, erklärt Lucht. Sie sollen den Patienten dabei helfen, sich schrittweise in der Thematik und den Informationsangeboten zurechtzufinden oder komplizierte medizinische Sachverhalte leichter zu verstehen.

Usability als kontinuierlicher Verbesserungsprozess

Aktuell nutzt der Plattform-Anbieter die Ergebnisse der empirischen Studie für weitere Optimierungen und die Ausweitung des Online-Angebots. So wird künftig zum Beispiel eine ergänzende App zur Verfügung gestellt, die Patienten an die regelmäßige und rechtzeitige Medikamenteneinnahme erinnert. Im Rahmen einer zweiten Usability-Studie prüft das Fraunhofer IDMT den Erfolg der umgesetzten Maßnahmen und untersucht dabei vor allem den Nutzwert für Ärzte, Patienten und Angehörige. Erste Ergebnisse werden für das Frühjahr 2016 erwartet. (stw)

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Dr. Martina Lucht
  • Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT
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