Dass die Vision von personalisierten Gesundheitsdiensten entlang der gesamten Versorgungskette schon heute ein Stück weit Realität ist, zeigte das Wirtschaftssummit „Personal Health“ des Fraunhofer-IuK-Verbunds so wie des ZVEI-Fachverbands Elektromedizinische Technik und der Medicallounge Berlin.

Anhand von Exponaten, Diskussionen und Fachvorträgen konnte gezeigt werden, dass die angewandte Forschung bereits mit einer ganzen Reihe marktreifer Lösungen aufwartet, die das Potenzial haben, im Gesundheitssystem die Versorgungsqualität, Behandlungseffizienz und Wirtschaftlichkeit deutlich zu steigern. Dabei ging es nicht etwa nur um isolierte Technologien oder abstrakte Anwendungsszenarien, sondern auch um Querschnittsthemen wie etwa Geschäfts- und Abrechnungsmodelle, Zulassungs- und Regulierungsaspekte, Haftung und rechtliche Fragen, gesundheitspolitische Rahmenbedingungen, Nutzerfreundlichkeit und technische Interoperabilität, Standardisierung und Integration. Vertieft wurde dies in drei parallelen Foren.

Dr. Christof Szymkowiak vom Stabsbereich Unternehmensentwicklung der Techniker Krankenkasse, gab zu bedenken, dass die Kassen sich nur indirekt an der Technologieentwicklung beteiligen könnten, da sie gesetzlich keine Forschung betreiben dürfen. Dr. Jürgen Heinzerling, Vorstands des ZVEI,  plädierte für eine intelligente technische Regulierung. Problematisch für die Akzeptanz der Patienten, ihre individuellen Daten verfügbar zu machen, sei der schmale Grad zwischen Beobachtung und Überwachung. Robert Couronné, Leiter des Fraunhofer-Innovationsclusters „Personal Health“, sah Handlungsbedarf bei der Organisation und Betreuung der Systeme.  

Eingebettet in die Medizintechnik-Showrooms der Medicallounge informierten sich die Teilnehmer an mehreren Exponaten über den Stand der Forschung. Um beispielsweise Allergikern das Leben zu erleichtern, haben Fraunhofer ISST und IIS einen digitalen Patientenbegleiter mit einem Sensor-T-Shirt zur Atmungserfassung kombiniert. Auch die vom Fraunhofer ISST entwickelte Wunderversorgung mittels Telemedizin ist ein Beispiel für „Personal Health“. Sie ermöglicht Wundkonferenzen und das Anlegen von Wundakten unter Berücksichtigung des Datenschutzes. Zum Thema „Ambient Assisted Living“ präsentierte das Fraunhofer IESE eine sensorbasierte Datenerfassung mit Ultraschall, Druckdifferenzdetektion und RFID-Technologien.

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