Neue Arbeitswelten brauchen geeignete Nachwuchsförderung, und die braucht wiederum attraktive Berufsbilder. Keine »Arbeitswelt der Zukunft« überlebt das Forschungs-Stadium, wenn sie nicht auf überzeugte Köpfe trifft, die Gesicht zeigen und sich den neuen Herausforderungen auch in ihrer Produktionshalle stellen wollen – und können. Denn neben dem positiven Image ist die handfeste Ausbildung für die neuen Technologien ebenso unverzichtbar.

Vorausschauend bemüht sich deshalb das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), den Nachwuchs in neuen Arbeitswelten wie Biotechnologie, Mechatronik oder Erneuerbaren Energien zu fördern. Wie aber kommt dieser zukunftsgerichtete Anspruch aus den Büros weitsichtiger Ministerialbeamter ins Klassenzimmer kommender Schulabgänger, die vor ihrer ersten Berufswahl-Entscheidung stehen? Zum Beispiel mithilfe geeigneter Medien, die an Schulen einsetzbar sind und dabei zu den Konsumgewohnheiten der kommenden Berufseinsteiger passen: Ob via DVD vom Computer, als Streaming Video im Web, über multimedia-fähige Handies oder in HD-Qualität von der Blu-ray Disc: dynamisch-attraktive Bilder, Storytelling und Statements von Auszubildenden und Ausbildern schaffen weit mehr Aufmerksamkeit als gedruckte Beschreibungen für den vermeintlich lesefaulen Nachwuchs.

Seit mehr als zehn Jahren erarbeitet die Abteilung Medienproduktion des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS mit Fördermitteln des BMBF multimediale Informations-Pakete zu neuen Berufen und Berufsbildern. Im Mittelpunkt stehen hierbei Reportagen über Menschen, die als Auszubildende oder als Erfinder die Neugier von Schulabgängern für neue Arbeitswelten wecken, jeweils angereichert mit detaillierten Hintergrundinformationen. Hinzu kommen Industrie-Reportagen, FuE-Dokumentationen oder aufwändige Erklär-Animationen in 3D, sei es aus der Welt der Flughäfen oder von Mikroorganismen, der pädagogischen Arbeit in Kindergärten oder der Forschungslabors von Chemikern.

»Für unsere zahlreichen Kunden aus Industrie und Forschung«, so Abteilungsleiter Ulrich Nütten, »kombinieren wir neue Medien und multimediale Darstellungen mit allen Formaten nicht-fiktionaler Produktionen.« Die große Herausforderung momentan heiße »Web 2.0«, so Nütten, denn es rufe förmlich nach Visualisierungen. Außerhalb der FuE-Landschaft, auf den Webseiten der Industrie, die ihre Produkte an den Endkunden bringen wollen, ist es offensichtlich: Der wortbasierte Erklärbaustein im Web wird mehr und mehr ergänzt oder gar ersetzt durch kurze Einspieler in Form von Videoclips. »Da regiert immer auch ein besonderer Kostendruck«, weiß Ulrich Nütten aus seinen Akquise-Erfahrungen, denn jeder noch so kurze Clip bedingt denselben arbeitsteiligen Prozess, von der Autorenleistung über das Kamerateam am Set, die Cutter im Schnitt, bis zum Techniker im Tonstudio. Sozusagen auch eine Arbeitswelt der Zukunft, hier aber zeigt die Medienproduktion des IAIS bereits lange schon Gesicht(er).

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