Wer denkt nicht an unsere nahe Zukunft und fragt sich: Wie sieht das Leben in zehn oder in fünfzig Jahren aus? Wie stark werden Roboter in meinen Alltag integriert sein und was macht die Digitalisierung mit mir als Mensch? Zusammen mit dem Fernsehsender Bayerischer Rundfunk hat das Fraunhofer IAO einen »Zukunftstest« entwickelt. Der sieht nicht nur gut aus und macht Spaß in der Bedienung, sondern ist auch mit einem überaus nützlichen Anliegen verbunden.

Den Nutzer animieren und motivieren soll der Test und ist deshalb – anders als übliche Umfragen – interaktiv gestaltet. Das Ziel: Durch die anonymisierte Befragung möchten die Projektpartner verlässliche Informationen darüber sammeln, wie sich Vorstellungen über die Mensch-Roboter-Interaktion heute schon entwickeln oder zukünftig gestalten werden, wie die Arbeitswelt von morgen aussehen könnte oder wie nahe wir Technologien an uns heranlassen – im wahrsten Sinne des Wortes. Zudem enthält der Test ein Reaktionsspiel bei dem der Einfluss der Digitalisierung auf unsere Konzentrationsfähigkeit untersucht werden soll.

Eine Mischung aus textbasierten Fragen, Minispielen, der Einblendung von Echtzeitauswertungen der Resultate anderer Nutzer und kurzen, poppig aufgearbeiteten Zwischenergebnissen im Videoclipformat sorgt dafür, dass dem Probanden die Lust am Test nicht vergeht. Dabei werden psychologische Verfahren wie die »einfache Reaktionszeitmessung« (Simple Response Time Task) in abgewandelter Form angewendet. Der prägnante grafische Comic-Stil und eine klare Symbolsprache fördern intuitiv das Verständnis beim Absolvieren der spielerischen Aufgaben und der Beantwortung der Fragen.

Durch die enge Zusammenarbeit des BR (Bayerischen Rundfunk) mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und unter Einbeziehen diverser Nutzer bei der Entwicklung des Tests konnte das Online-Umfrage-Widget im Oktober des letzten Jahres veröffentlicht werden. Der Test soll nicht nur Nutzern dabei helfen, sich mit dem Einfluss der Digitalisierung und Technisierung in unserem Alltag auseinanderzusetzen. Er soll auch Institutionen wie dem BR und dem Fraunhofer IAO zu einer Reflexionsmöglichkeit verhelfen, um »eine menschengerechte Digitalisierung« möglich zu machen, wie Kathrin Pollmann vom Team User Experience am Fraunhofer IAO anmerkt. »Der Nutzer oder die Nutzerin soll direkt im Test neue Denkanstöße und die Chance bekommen, seine Ergebnisse mit denen anderer Nutzer zu vergleichen«, so Pollmann.

Bis Anfang Februar darf noch fleißig getestet werden, aber in den nächsten Monaten werden bereits Stück für Stück Vorabauswertungen durchgeführt. Dazu werden auf dem Blog des Fraunhofer IAO und durch den Bayerischen Rundfunk demnächst erste Zwischenergebnisse zu den Themen Mensch-Roboter-Interaktion in der Arbeitswelt der Zukunft sowie Gesundheit und Digitalisierung erscheinen. Die abschließende, auf den Umfrageergebnissen basierende Studie veröffentlicht das Fraunhofer IAO voraussichtlich im April auf seiner Webseite. Neben der Umfrage existiert bereits eine siebenteilige Webserie, ein Chatbot auf Facebook und zudem ist eine TV-Dokumentation in der Planung. Weitere Partner, die an dem Projekt mitwirken, sind die Fernsehsender ARTE und der ORF (Österreichischer Rundfunk), die Bilderfest GmbH und die Süddeutsche Zeitung.

Hier auf InnoVisions werden wir in den kommenden Wochen die Hintergründe zu dem Gesamtprojekt betrachten, die Webserie eingehender beleuchten und nach Veröffentlichung der Studie die wichtigsten Fakten präsentieren. (mal)

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  • Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO
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