Die Deutsche Messe AG hat zwar Shareconomy als Leitbegriff für die CeBIT 2013 ausgerufen, die IT-Landschaft ist heutzutage jedoch eigentlich zu komplex, um von einem einzigen Thema dominiert zu werden. Das Internet der Dinge, Big Data, Cloud Computing, Sicherheit und vieles mehr prägen die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien. Die CeBIT-Exponate der Fraunhofer-Institute des IUK-Verbunds decken die gesamte Vielfalt der heutigen Herausforderungen für die digitale Welt ab.

»Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?«, fragt sich derzeit der IT-Trend. »Du bist die Shareconomy«, sagt die CeBIT. Die Shareconomy heißt eigentlich Sharing Economy und seltener Share Economy und ist in den USA schon etwas länger und auch breiter unterwegs als hierzulande. Doch wie das zusammengeschweißte Wort beweist, ist eines in letzter Zeit schwierig geworden: das Grenzenziehen. Trends sind in der digitalen Welt schwer festzunageln, denn sie sind oft allumfassend. Schon das Thema der letzten CeBIT, »Managing Trust«, versuchte viele Phänomene unter einen Hut zu bringen, die auch nach wie vor sehr präsent sind. Wie IT-Sicherheit, Cloud Computing, das Nutzen eines Geräts für verschiedene Zwecke, den Umgang mit großen Datenmengen (Big Data), das Internet der Dinge. Letzteres allein eine Entwicklung, die gerade erst am Anfang steht, wenn man sich etwa das Smart Home Potenzial ansieht. Stellvertretend dafür wird etwa das Fraunhofer IIS sogenannte intelligente Objekte präsentieren, die mit RFID-Technologie ausgestattet sind. Ein Verfahren, das heute schon vielfach in der Logistik eingesetzt wird, um Lagerbestände automatisiert zu überwachen. Und auch in die Krankenhäuser hat das Internet der Dinge bereits Einzug gehalten: Das Fraunhofer ISST stellt Technologien vor, die selbstständig die für eine Operation notwendigen Personen und Geräte erfassen.

Die Vielfalt der Herausforderungen und Entwicklungen auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologien spiegelt sich vor allem in der Forschung wider. Auch dieses Jahr ist diesem Feld eine Halle der CeBIT gewidmet, in der Universitäten, Institute und Institutionen sich selbst und ihre aktuellen Tätigkeitsgebiete vorstellen. So auch die verschiedenen Fraunhofer-Institute, die auf dem Gebiet der IKT forschen und entwickeln. Big Data wird eines der großen Themen im sogenannten Data District des Fraunhofer-Standes sein. Das Projekt CUbRIK des Fraunhofer IDMT ermöglicht etwa die Suche in Nachrichtenbeiträgen auf Ähnlichkeiten hin, sowohl in Text als auch in Bild. Mit dem Fraunhofer Project Center for Interactive Digital Media at NTU wiederum stellt sich ein internationales Big-Data-Projekt vor. An der Nanyang Technological University in Singapur arbeiten Forscher an der Visualisierung großer Datenmengen und damit an der Verbesserung ihrer Auswertung. Die gezielte Analyse großer Datenbestände zur Betrugsbekämpfung leistet das Fraunhofer IGD.

Auch die Stadt der Zukunft wird mit einigen Pinselstrichen skizziert. Das Fraunhofer FOKUS stellt Open-Government-Lösungen für mobile Endgeräte vor, zeigt, wie Web-2.0-Technologien in diesem Bereich Anwendung finden und wie Cyberangriffen auf solch wichtige Strukturen wie die öffentliche Verwaltung vorgebeugt werden kann. Das Fraunhofer SIT stellt unter anderem das Secure Software Lab vor. Dort wird an der Verbesserung der Entwicklungsprozesse von Software gearbeitet. Denn Fehler können so schon frühzeitig ausgemerzt oder erst gar nicht eingebaut werden. Das Institut ist außerdem mit den Projekten OminCloud und BizzTrust vertreten. Das Projekt ShareKey wiederum zeigt, wie das Smartphone künftig als zeitlich begrenzter Schlüssel oder Wegfahrsperre dienen kann, nicht jedoch ohne die entsprechende Sicherheitsarchitektur.

Und auch der Bereich Multimedia wird vertreten sein. Mit Multiscreen-Entertainment vom Fraunhofer FOKUS, und neuen Entwicklungen für Audio und Video der Fraunhofer-Institute IIS und HHI. So präsentiert das IIS eine Unterstützung für HE-AAC Multikanal, das 5.1-Surround-Klang auf Android-Geräten möglich macht. Das HHI wiederum zeigt einen neuartigen Echtzeit-Decoder für Video-Streams. Das Forschungsfeld Gesichtserkennung ist ebenfalls mit zwei Projekten vertreten. Einerseits stellt das Fraunhofer IIS das Projekt SHORE vor, dass auch Alter und Geschlecht von Menschen erkennt. Aufbauend auf der Gesichtserkennung für Menschen hat das Fraunhofer IDMT wiederum eine Software entwickelt, die Primaten identifizieren kann. Sie soll unter anderem helfen, Artenschützer bei ihrer Arbeit und der Sichtung von Material zu gefährdeten Tieren zu unterstützen.

Der Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft ist vom 5. bis 9. März als Teil des CeBIT lab in Halle 9 zu finden. (kda)

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Thomas Bendig
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