Digital Rights Management (DRM) bietet die Möglich­keit, Urheber- und Ver­wertungsrechte an digitalen Inhalten auch außerhalb des Urheberrechts durchzusetzen.

Während der Berech­tigte nach Urhebergesetz meist dazu gezwungen ist, im Streitfall einen Urheberrechtsverstoß konkret nach­zuweisen, kann er mittels DRM bereits bei Vertragsschluss die tech­nischen Voraussetzungen schaffen, dass eine unkontrollierte Vervielfäl­tigung seiner Dateien ausgeschlossen ist. Er kann die Exklusivität seiner Rechte durch Kopierschutzmecha­nismen im Online- wie im Offline­-Bereich sicherstellen. Soweit er die von ihm hergestellten Dateien mit einem Wasserzeichen versehen hat, kann er sie über Suchmaschinen im Internet aufspüren und verfügt so über eine funktionierende Kontrolle, ob sie missbräuchlich verbreitet oder verarbeitet worden sind.

Anzutref­fen sind in erster Linie reine Kopier­schutztechniken, mit denen eine vertraglich nicht zugelassene Verviel­fältigung verhindert werden soll. Da sich der hiermit erzielte Schutz aber wegen der zahlreich bestehenden Umgehungsmöglichkeiten als lücken­haft erwiesen hat, wird zusätzlich versucht, personenbezogene Daten des Nutzers zu erheben. Hierdurch soll die Identifizierbarkeit illegalen Verhaltens sichergestellt werden. Lei­der fallen so auch die ehrlichen Kun­den in das Raster der Datenerhebung. Neben dem Namen, der E-Mail­ Adresse, und den Zahlungsinformati­onen (z.B. der Kreditkartennummer) werden systemseitig zumeist noch weitere Datenspuren gesammelt: das vom Kunden benutzte Betriebssys­tem und seine IP-Adresse aus dem http-Protokoll.

Anhand von Coo­kies werden Informationen über sein Surf- und Einkaufsverhalten gesam­melt. Zudem besteht meist eine Reihe von verborgenen und geheimen Schnittstellen durch die Verbindung von Kundenverhaltens- und Kun­denvertragsdaten. Von dieser Art der Datenerfassung erfährt der Kunde meist nichts. Er läuft so Gefahr, in seinem Grundrecht auf informatio­nelle Selbstbestimmung verletzt zu werden. Zur Gewährleistung dieses Rechts enthalten die Datenschutzge­setze, speziell das Telekommunikati­onsgesetz und das Teledienstedaten­schutzgesetz als zentrales Prinzip das Verbot personenbezogener Daten­verarbeitung, soweit nicht die Einwil­ligung des Betroffenen vorliegt oder eine Rechtsvorschrift die Verarbei­tung ausdrücklich gestattet.

Dabei ist das zwingende Gebot der Datenspar­samkeit zu beachten. Die Erhebung personenbezogener Daten ist auf das für den Erwerb unmittelbare Maß zu beschränken und unterliegt einer kla­ren Zweckbindung. Soweit die Daten zu DRM-Zwecken verarbeitet werden sollen, sind die Datenschutzrisiken durch die Implementierung eines funktionierenden Pseudonymitäts­konzeptes zu minimieren. In jedem Fall müssen die Bedingungen der gesamten Verarbeitung personenbe­zogener Daten für den Nutzer trans­parent sein. Dies muss durch eine einfache und verständliche Kommu­nikation der Verarbeitungsprozesse sichergestellt werden. 

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Autor
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Dr. Jürgen Rodegra
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