Social Bots und Fake News sind zu einem globalen Problem geworden und betreffen auch die nationale Politik. Speziell zur Zeit der erhöhten Wähleraufmerksamkeit im Wahlkampf kann das weitreichenden Konsequenzen haben. Doch gibt es überhaupt technische Lösungen für dieses soziomediale Problem? Wie müssen wir den Gefahren durch Automatisierungsprogramme und bezahlte Bewertungen begegnen? Im Rahmen der 5. Science&People Veranstaltung am 22. Juni 2017 widmeten sich u.a. drei Fachexperten diesen Fragen.

Die sozialen Medien haben im Jahr 2017 ungeahnte Ausmaße erreicht: Facebook als größte Online-Gemeinschaft der Welt mit Milliarden von Nutzern oder Youtube mit einer Video-Upload-Rate von 300 Stunden pro Minute. Dabei grassiert aber folgendes Problem: Allein auf Facebook gibt es 83 Millionen »Fake« Profile, auf Twitter sind es mittlerweise 46 Millionen. Sie stellen »menschliche Bots« dar und werden z.B. dazu angelegt, um per »astroturfing« Überzeugungen, Bewegungen oder Bewertungen grassroot-artige Glaubwürdigkeit zu verleihen. Potenziert wird das Ganze noch einmal durch Social Bots, welche über Programmschnittstellen auf die sozialen Medien zugreifen und automatisch »liken, tweeten oder subscriben«. Prof. Dr. Bauckhage vom Fraunhofer-Institut für Intelligente Analysesysteme IAIS, der sich bereits seit zehn Jahren mit dem Thema beschäftigt, erklärt, wie das im Detail funktioniert und welche Möglichkeiten sich aus künstlicher Intelligenz ableiten lassen:

Die Journalistin Jutta Kram vom Fact-Checking-Team von CORRECTIV spricht u.a. über die Gefahren, die heute bei demokratischen Großentscheidungen oder bei »viraler« Artikelverbreitung lauern und wie mit journalistischen Methoden dagegen vorgegangen werden kann: Wie werden Fake News aufgespürt? Bei Facebook zum Beispiel melden Nutzer über eine Funktion ihnen fragwürdig erscheinende Meldungen. Aber wer kontrolliert diese und was geschieht, wenn es sich um eine falsche Meldung handelt? Hier kommt CORRECTIV ins Spiel:

Der Wahlkampf für die Bundestagswahl 2017 ist bereits in vollem Gange. Die Angst vor den Social Bots wächst dadurch auch im politischen Spektrum. Der Publizist und Politikwissenschaftler Dr. Gerald Fricke stellt heraus, dass es heute mehr denn je nötig ist, Satire- und Einordnungskompetenzen in der Gesellschaft zu fördern und daran zu arbeiten, dass Nutzer der sozialen Medien wieder kritischer den öffentlichen Diskurs betrachten. Welche Rolle spielen dabei der gesellschaftliche Wandel, die Politik, Journalisten und jeder Einzelne? (mal)

Gerne laden wir Sie auch zur nächsten Science&People Veranstaltung im November ein. Alle Informationen dazu finden Sie auf der Webseite der Veranstaltungsserie.

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