Mit Medien arbeiten, Apps programmieren oder den Musikcomputer programmieren. Am Fraunhofer IDMT zeigen die Workshops der Fraunhofer-Talent-School, wie lebensnah die Aufgaben der Fraunhofer-Forscher sind. Schüler erhalten so nicht nur einen Einblick in die Welt der angewandten Technik. In den Veranstaltungen, die jeweils drei Tage dauern, können sie auch austesten, ob ihr eigenes Interesse oder ihre Talente sie später einmal in die Forschung führen könnten.

»Talent haben ist das Beste, das zweite, etwas zu lernen!« Der Satz des griechischen Forschers und Autors Epicharm ist vielleicht nur unbewusst zu einem Leitgedanken der »Fraunhofer-Talent-Schools« geworden. Aber er beschreibt wohl sehr genau das Anliegen, das die neun beteiligten Fraunhofer-Institute mit ihren Talent Schools verbinden. Ihr Ziel ist es, technisch interessierten Jugendlichen, die Freude an der Auseinandersetzung mit aktuellen wissenschaftlichen Problemstellungen haben, unterschiedliche Einblicke in die Forscherpraxis zu gewähren. Zum »Hineinschnuppern«, zum Kennenlernen aber vor allem, um sich von der Forschereuphorie anderer Jugendlicher und der Wissenschaftler an den Instituten weiter anstecken zu lassen.

Im Zentrum steht dabei das projektorientierte gemeinsame Arbeiten in Workshops: Zusammen mit anderen können Schüler der neunten bis 13ten Klasse Lösungen zu Aufgabenstellungen aus den vielfältigen Themenfeldern moderner Forschung erarbeiten. Wissenschaftler der Fraunhofer-Gesellschaft unterstützen die jungen Talente dabei. Sie vermitteln auch die notwendigen theoretischen Grundlagen. Jede Talent-School erstreckt sich über drei Tage. Neben den Workshops und einigen Informationsteilen steht dabei auch die bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Denk-, Betrachtungs- und Wahrnehmungsweisen auf dem Programm.

Wie attraktiv ein derartiges Angebot auf die Jugendlichen wirken kann, zeigt unter anderem die Talent School an der Außenstelle des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT in Erfurt. »Wir bieten unsere Fraunhofer-Talent-School ›Medien & Technologie‹ zum mittlerweile sechsten Mal an, um den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu bieten, aktuelle Themen der modernen Medienforschung und -entwicklung kennenzulernen«, erzählt Birgit Meder. Sie organisiert die Veranstaltung, die während eines Wochenendes in den Herbstferien stattfindet, damit Jugendliche aus ganz Deutschland die Veranstaltung besuchen können. Insgesamt werden vier Workshops zu sehr unterschiedlichen medienwissenschaftlichen Themen angeboten. Ein Rahmenprogramm sorgt außerdem dafür, dass die Teilnehmer auch außerhalb der Workshop-Zeiten Spannendes und Informatives erleben.

Rund 40 Schüler waren im vergangenen Jahr dabei, die Vorbereitungen für das kommende Event laufen bereits. »Ähnlich wie 2013 werden wir auch 2014 ›Computerspiele als Forschungsthema‹, das Programmieren einer Musik-App und den Einstieg in das Web-TV mit interaktiven Konzepten für eine moderne Fernsehproduktion anbieten«, erklärt Meder. So können die Teilnehmer die Grundlagen einer neuen Spielewissenschaft kennenlernen und erhalten Einblick in den Entwicklungsprozess von der Spielidee bis hin zur Marktreife. Oder sie können unter fachlicher Anleitung kleine Musik-Applikationen, wie Drumcomputer und einfache Musikspiele, in der Programmiersprache »OpenProcessing« entwickeln. Und wer sich für den Klassiker Web-TV entscheidet, der kann ein neuartiges Web-Programmformat für jugendliche Internetnutzer entwickeln und realisieren. »Die Teilnehmer erleben dabei unter Anleitung eines erfahrenen Regisseurs im Fernsehstudio der FH Erfurt unter anderem die Arbeit von Kamera-, Regie-, Studio-, Redaktions- oder Online-Profis und probieren sich am Schnittpunkt zwischen Inhalt und Technik einer professionellen TV-Produktion«, sagt Meder. Der vierte Workshop schließlich wird sich mit »Humanoiden Robotern« auseinandersetzen. Die Schüler erproben hier neue Möglichkeiten, um Roboter so agieren zu lassen wie »echte« Menschen.

»Alle Angebote sind natürlich schülergerecht. Die Freude am Forschen steht immer im Vordergrund«, erklärt Birgit Meder. Trotzdem aber sei es von Vorteil, wenn die Teilnehmer bereits über erste Kenntnisse zum Beispiel in der Programmierung verfügten. Alle Ergebnisse der Workshops werden dann am Sontag den anderen Teams und den Eltern präsentiert.

Und auch danach wollen die Fraunhofer-Talent-Schools (schon aus eigenem Interesse) die Jugendlichen nicht mit ihrem Forscherdrang alleine lassen. »Über das Fraunhofer Internetportal myTalent können sich die Absolventinnen und Absolventen der Fraunhofer-Talent-Schools kontinuierlich informieren und austauschen«, erklärt Meder. Neben exklusiven Informationen zu der Berufswelt der MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gibt es hier auch die Möglichkeit, mit einzelnen Forscherinnen und Forschern direkt Kontakt aufzunehmen. (aku)

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Birgit Meder
  • Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT
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