Wissen und Arbeitsprozesse können im spielerischen Kontext effizienter und nachhaltiger vermittelt werden – darauf weisen immer mehr Studien hin. Das Fraunhofer IOSB nutzt das Prinzip des Serious Gaming und entwickelt im Auftrag der Bundeswehr das digitale Weltraumabenteuer »Lost Earth 2307«. In dem komplexen 4X-Strategiespiel trainieren Soldaten die Luft- und Satellitenbildauswertung und sind auch über den Lehrgang hinaus motiviert, ihre Reise mit dem Helden Alex fortzusetzen.

In Serious Games können Schülerinnen und Schüler in eine spielerische Welt eintauchen. »Wenn sie dabei in sogenannte Flow-Zustände geraten, die Immersion steigt, dann wird auch die Lernerfahrung intensiver und nachhaltiger«, erklärt Wolfang Roller, Gruppenleiter beim Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB. So auch bei dem Serious Game »Lost Earth 2307«, bei dem Soldaten lernen, elektrooptische, Infrarot- und Radarbilder auszuwerten. Die Story des Spiels ist eine klassische Heldengeschichte: Die Spieler begleiten den Helden Alex bei seinem Versuch, die Menschheit der Zukunft von einem tyrannischen, außerirdischen Kult zu befreien. Mit einem Raumschifft, der Arche, fliegt man mit Alex zu Einsätzen und ist dafür zuständig, mit den Aufklärungssensoren Luft- und Satellitenbilder aufzunehmen und diese anschließend auszuwerten. Je nachdem wie gut die Spieler diese Aufgabe meistern, gelingt die Befreiungsmission, und neue Ressourcen werden hinzuverdient. Mit diesen werden Sensoren, Flugzeuge und Satelliten ausgebaut und neue schwierigere Aufträge können bearbeitet werden.

Seit über 30 Jahren arbeitet das Fraunhofer IOSB mit der Bundeswehr im Bereich Luft- und Satellitenbildauswertung zusammen. Neben diesem Know-how wurden dem Institut für die Entwicklung von »Lost Earth 2307« Fachberater aus dem Ausbildungszentrum für Abbildende Aufklärung der Luftwaffe zur Seite gestellt. Auch die Bilder im Spiel stammen aus realen Aufklärungssituationen der Bundeswehr. So können die Experten garantieren, dass Spielziel und Lernziel miteinander im Einklang sind und die Lernerfahrung aus dem Spiel tatsächlich in einer realen Aufklärungssituation anwendbar ist. Auch die Testzyklen wurden zusammen mit der Bundeswehr durchgeführt. »Dabei war beispielsweise wichtig, dass die Soldaten ohne weitere Erklärung mit dem Serious Game zurechtkamen. Das Feedback war durchgängig positiv. Nicht wenige Soldaten waren gespannt auf den Fortlauf der Geschichte und wollten in ihrer Freizeit das Weltall mit Alex weiter erkunden«, so Roller. Das Spiel wurde im vergangenen Jahr ausgeliefert und wird bei der Bundeswehr lehrgangsbegleitend neben der theoretischen Ausbildung eingesetzt. Vielleicht ist mit »Lost Earth 2307« das Abenteuer für Alex und die Arche noch nicht beendet, denn Ideen für eine Fortsetzung stehen bereits im Raum. (adz)

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Wolfgang Roller
  • Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB
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