»Die Digitalisierung durchdringt unseren Alltag«, heißt es in der Ankündigung des Wissenschaftsjahres 2014. Denn dieses steht unter dem Motto »Die Digitale Gesellschaft«. Doch was genau heißt das eigentlich? Die ominöse Digitalisierung scheint etwas zu sein, das am besten mit dem Werbeslogan »Erklären kann man das nicht!« zu fassen ist. Es sei denn, anhand von etwas Konkretem, von Beispielen. Und so wird sich InnoVisions in den nächsten Wochen Technologien widmen, die unseren Alltag durchdringen und ihn »digitaler« machen.

Wenn es um »neue Technologien« und das »Digitale« geht, mag man manchmal meinen, es ist von einer höheren Macht die Rede. In vielen Fällen wird es schwammig und der Definitionen gibt es viele. Der gleichnamige D21-Digital-Index. Und dieser beträgt für Deutschland 51,2 Punkte, was einem mittleren Digitalisierungsgrad entspricht.

Dass die Digitalisierung voranschreitet, nicht mehr wegzudenken ist und alles durchdringt, darin sind sich offenbar alle einig. Was genau das ist, bei dieser Frage versucht die Initiative »Wissenschaft im Dialog« Abhilfe zu schaffen. Der Ausrichter der Wissenschaftsjahre hat eine Webseite eingerichtet, deren Adresse www.digital-ist.de lautet. Denn man muss natürlich erst einmal wissen, was Digitalisierung ist, um die Frage zu beantworten, »wie wir uns durch die Digitalisierung im Einzelnen und als Gesellschaft verändern.« Liebe ist … das größte Geschenk und Digital ist, wenn man der Liebsten zu Weihnachten was für’s Handy schenkt. 2012 schenkten 62.827.440 Deutsche ihren Liebsten etwas aus den Bereichen Handy, digitale Medien oder Internet. Das kann man zum Beispiel auf der digital-ist-Seite lesen.

Die Frage nach der »Digitalen Gesellschaft« stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit der Initiative »Wissenschaft im Dialog« und dem Fraunhofer-Verbund IUK-Technologie. Die Forschung ist natürlich ein Ort, von dem viele der Technologien, die uns im Alltag begleiten, kommen. Sei es, weil sie ein vorher entstandenes Problem lösen oder weil sich jemand dachte, das müsste mal erfunden werden. So etwas wie das MP3-Format, entwickelt am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, was die Musikgewohnheiten einer gesamten Generation umkrempelte. Und im Nachgang auch die dazugehörige Industrie. Hier zog sehr sichtbar die Digitalisierung eines Mediums die Digitalisierung der Gesellschaft nach sich. Vermutlich lässt sich der Begriff »Digitale Gesellschaft« so am besten erklären: anhand konkreter Beispiele.

Davon wird es in den nächsten Wochen auf den Seiten von innovisions.de so einige geben. Von einer Smartphone-App für Hörunterstützung bei Voice-over-IP -Telefonaten über den Einsatz von Robotern und Sensoren in der Katastrophenhilfe bis hin zu einem Webportal zur Vernetzung von Krebsforschern werden wir wieder Projekte aus dem Fraunhofer-IUK-Umfeld vorstellen, die für die Digitalisierung verschiedener Lebens- und Arbeitsbereiche stehen.

Das Wissenschaftsjahr hält eine Reihe von Veranstaltungen und Projekten bereit, die den Diskurs zum gewählten Motto anregen und gleichzeitig Einblicke in die deutsche Forschungslandschaft geben sollen. Entlang der Eckpfeiler »Wir«, »Wissen« und »Wirtschaft« rücken die Lebensbereiche ins Scheinwerferlicht, die – bewusst oder unbewusst –bereits durchdigitalisiert sind bei denen das in naher Zukunft zu erwarten ist. Bei all der digitalen Bequemlichkeit, die uns App & Co. bieten, wird aber auch kritisch hinterfragt, wie abhängig wir uns von digitalen Daten machen und wie sicher diese sind. Auch die MS Wissenschaft wird erneut auf große Fahrt gehen und anverschiedenen Stellen auf Deutschlands Gewässern mit seinen Projekten zum Anfassen Station machen. Es wird eine Mitmach-Ausstellung, genannt ScienceStation, geben und einen Wettbewerb.

Das Wissenschaftsjahr wird seit dem Jahr 2000 ausgerufen. Frühere Themen umfassten Die Zukunft der Energie (2010), das Jahr der Mathematik (2008), das Informatikjahr (2006) oder das Jahr der Chemie (2003). Zum Ende dieses Wissenschaftsjahres dann wird wohl jeder die Frage, was die digitale Gesellschaft denn sei und was sie mit uns macht, beantworten können. (kda)

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