Mit vielfältigen Maßnahmen und Veranstaltungen will der Fraunhofer Verbund IuK-Technologie Schülerinnen und Schüler frühzeitig für informationstechnische Studienrichtungen und Berufe begeistern.Berlin, 11. 04. 2011 – Physik verstehen, weil die wirkenden Kräfte in den realen Versuchsaufbau „eingeblendet“ werden können, oder einfache Roboter selbst so programmieren, dass sie balancieren können: Der Fraunhofer-Verbund IuK-Technologie beteiligt sich mit neuesten Entwicklungen am Girls'Day im Bundeskanzleramt, um technische Prozesse greif- und begreifbar zu machen.

Das Engagement für den bundesweiten Aktionstag ist dabei nur eine von mehreren Maßnahmen des Instituts-Verbundes, um Schülerinnen und Schüler von Technik zu faszinieren und sie für eine Karriere in einem technischen Beruf zu begeistern.

„MINT“ steht für ein Phänomen. Während auf der einen Seite die beruflichen Aussichten im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) als hervorragend gelten, entscheiden sich hierzulande immer noch deutlich zu wenig Jugendliche für einen entsprechenden Beruf. Derzeit liegt die statistische Fachkräftelücke bei über 40.000 MINT-lern. Zudem ist – trotz nachgewiesener Technikbegeisterung – der Anteil an Frauen in MINT-Berufen erschreckend gering: Etwa 20 Prozent Studienanfängerinnen schreiben sich in Informatik ein. Für ingenieurwissenschaftliche Fächer entscheiden sich sogar nur knapp 10 Prozent. Und die Zahl derjenigen, die ihren Beruf dann tatsächlich ausüben, ist nochmals deutlich geringer.

Mit einem Bündel verschiedenster Maßnahmen und Veranstaltungen wird der Fraunhofer IuK-Verbund den Kontakt zu Schülerinnen und Schülern weiter ausbauen, um sie frühzeitig für eine Karriere im MINT-Bereich zu gewinnen. „Wir wollen damit zum einen den immer stärker werdenden Fachkräftemangel im Bereich der Informationstechnik und anderen Ingenieurwissenschaften entgegenwirken und zum anderen das leider immer noch brachliegende Potenzial an technischer Begeisterung und Innovationsfähigkeit von Frauen fördern. Forschung und Entwicklung sind die Grundlage unserer wirtschaftlichen Erfolge ‚Made in Germany‘. Um diese technische Tradition fortzusetzen, müssen wir uns um Männer und Frauen bemühen, die sich für MINT-Berufe interessieren“, betont Thomas Bendig, Geschäftsführer Fraunhofer Verbund IuK-Technologie. Dabei setzt Fraunhofer auch auf die Zusammenarbeit mit bereits bestehenden MINT-Initiativen, wie etwa des „Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) oder der Initiative D21 e.V.

So werden die Fraunhofer Institute für Angewandte Informationstechnik (FIT) sowie für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) bei der Eröffnungsveranstaltung am 13. April 2011, dem Vortag des bundesweiten und initiativen-übergreifenden Girls’Day, eine von insgesamt acht Entdeckungs-Stationen im Bundeskanzleramt aufbauen und betreuen. Teilweise gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel können 24 Schülerinnen dann beispielsweise den Physik-Experimentierkoffer „Science Center To Go“ des FIT kennenlernen, bei dem komplizierte reale Experimente mit Hilfe der Augmented Reality-Technik fast selbsterklärend werden: Mit Hilfe einer Webcam wird ein von den Mädchen individuell veränderbarer Versuchsaufbau aufgenommen. Eine spezielle Software errechnet die wissenschaftlichen Zusatzinformationen wie etwa Strömungen oder Anziehungskräfte und visualisiert diese. Im Laptop-Bild wird dann beides „live“ übereinander gelegt. Das Lernprojekt „Roberta® - Lernen mit Robotern“ des IAIS, das ebenfalls vertreten sein wird, nutzt die Faszination von Robotern, um Schülerinnen „Programmieren zum Anfassen“ zu bieten. Dafür haben die Fraunhofer-Forscher spezielle Lehr- und Lernmaterialien entwickelt und erprobt, mit denen spezielle Roboterkurse durchgeführt werden können.

Regelmäßig veranstalten die Institute des IuK-Verbundes die „Fraunhofer Talent-School“: In den Talentschulen bieten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einzelner Fraunhofer Institute in den Ferien verschiedene Workshops für Jugendliche an. So werden einzigartige Einblicke dafür geschaffen, womit sich die neueste Forschung beschäftigt und mit welchen Methoden geforscht und entwickelt wird. Im aktuellen Fraunhofer-Talent-School-Jahr 2010/11 beteiligen sich Fraunhofer Institute aus Berlin, Bremen, Duisburg, Dresden, Erfurt, Kaiserslautern, Karlsruhe, München, St. Augustin und Stuttgart. Die Themen, mit denen sich die Jugendlichen beschäftigen können, sind vielfältig. Dazu gehören Solarzellen oder Medikamente, die aus Pflanzen hergestellt werden ebenso wie beispielsweise Innovationen bei der Mensch-Maschine-Interaktion, der computerassistierten Chirurgie oder auch IT-Anwendungen für die Zukunft des Wohnens. Beteiligen können sich Schülerinnen und Schüler von der 9. bis zur 13. Klasse. Nähere Informationen sind unter www.fraunhofer.de/talent-school zum Download bereitgestellt.

Seit mehreren Jahren unterstützt der Fraunhofer IuK-Verbund zudem den Bundeswettbewerb Informatik, bei dem Jugendliche und junge Erwachsene unter 21 Jahren ihre technisch-kreativen Kräfte messen können. Die Teilnehmer können hier praktisch erfahren, wieso technische Probleme ein Ansporn sind und warum das Programmieren ein „Abenteuer“ sein kann. Allein im vergangenen Jahr haben sich über 1.000 Schülerinnen und Schüler von der Begeisterung anstecken lassen und am Wettbewerb teilgenommen.

Geschäftsführer Thomas Bendig: „Jedes der Fraunhofer Institute lebt von der Faszination und Begeisterung seiner Mitarbeiter für angewandte Forschung und technische Neuerungen. Ohne Eigenschaften wie diese wären das MP3-Format und hunderte weiterer Fraunhofer-Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnik, in der Mikroelektronik, bei den Life Sciences, in der Werkstoffforschung, der Energietechnik oder in der Medizintechnik nicht möglich gewesen. Dass wir mit unserem Einsatz jungen Menschen diese Technik-Begeisterung vermitteln wollen, hat also durchaus auch eigennützige Gründe.“

Der Fraunhofer-Verbund IuK-Technologie

Die insgesamt mehr als 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der 18 Institute sowie ein Jahresbudget von mehr als 200 Millionen Euro machen den Fraunhofer IuK-Verbund zum größten Forschungsverbund Europas. Sein Ziel ist es unter anderem, die Stärken seiner Mitgliedsinstitute in strategischen Allianzen zu bündeln, um Strategien und Visionen für mittelfristige Forschungsschwerpunkte und Produktinnovationen zu entwickeln. Zu den Geschäftsfeldern gehören die Bereiche Medizin, Automotive, Produktion, Digitale Medien, Energie und Nachhaltigkeit, Finanzdienstleistungen, Sicherheit, E-Business, E-Government sowie Informations- und Kommunikationstechnologien.

www.iuk.fraunhofer.de

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