Vorsicht, jetzt kommt eine Prognose! Schütteln Sie nicht gleich den Kopf, das kann Sie eben-diesen kosten. Alles beginnt stets mit Lachen und Kopfschütteln, dann folgt die Wut, dass nun alles anders werden soll, als gedacht – und schließlich wird es so. Was wird so? Wasserstoff-Autos mit Brennstoffzellen kommen.

Aus Gründen des Klimaschutzes denkt man über »alternative Antriebe« nach. Ende des letzten Jahrhunderts wurden schon erste Brennstoffzellenautos gebaut, denen man damals einen Durchbruch zutraute.
In der Wikipedia findet sich unter »NECAR« folgender Eintrag:
»NeCar (New Electric Car) wurde 1994 auf der Basis des Mercedes-Benz MB 100 als das erste Brennstoffzellenauto der Welt vorgestellt und steht heute im Mercedes-Benz-Museum in Stutt-gart. Die Brennstoffzelle wandelt Wasserstoff und Sauerstoff in Wasser um. Dabei entsteht elekt-rische Energie, die einen Elektromotor antreibt. Die nötigen Anlagen zur Stromerzeugung füllen dabei den gesamten Laderaum des Transporters aus.«

Es folgten neue Serien: NECAR 2 bis 5, heute gibt es verschiedene Version des Mercedes-Benz F-Cell (wie »Fuel Cell« oder Brennstoffzelle). Im Jahre 2017 konnte man lesen, dass Daimler lieber auf Batterien setzen will...

Warum sind die Autohersteller so unterschiedlicher Meinung darüber, wie es weitergehen soll? Sie überlegen, welcher Antrieb unter den jeweiligen Umweltauflagen am besten zu verkaufen ist. Sie vergessen, dass zum Auto eine ganze Infrastruktur gehört, die sich anpassen muss. Die Öl-konzerne sind an der Börse viel dominanter als die paar, dagegen klein wirkenden, Autobauer. Werden die zuschauen, wie sie gemetzelt werden? Batterien sind nicht gerade umweltfreundlich herzustellen und benötigen zur Produktion Lithium und andere seltene Metalle, die es vielleicht nicht in genügender Menge oder nur unter grässlichen Umweltschäden abzubauen gibt. Die Stromnetze müssten für das Aufladen der Batterien so viel Strom liefern, wie heute per Öl an Energie erzeugt wird. Geht das überhaupt? Diese Fragen werden gestellt, aber nicht beantwortet.

Wollen wir nicht einmal darüber nachdenken, die heißen Gegenden auf dem Balkan, in Spanien oder Nordafrika mit Solarzellen zu pflastern, dort vor Ort Wasserstoff zu erzeugen und in unsere herkömmlichen Benzintankstellen liefern zu lassen? Hier können wir normal Wasserstoff tan-ken, wir müssen uns nicht umgewöhnen, der Tankvorgang dauert ähnlich lange, der Wasserstoff kostet heute schon nicht mehr als Öl (wegen der Steuern, ich weiß), wir können wie immer noch einen Kaffee und eine Zeitung aus dem Shop mitnehmen. Und hinzukommt: die Reichweite mit Wasserstoff ist groß. Wenn die Ölfirmen nicht komplett geistig wegtreten sind, werden sie sich doch mit Freude darauf einlassen, ihre Tankstellen mit Wasserstoff weiter zu betreiben. Sollen sie denn einfach dichtmachen für verstreute Stromsteckdosen überall?

Wo sind die wichtigen Brennstoffzellen-Unternehmen? In Schweden und Norwegen, PowerCell und Nel. Oh, wie ich das hasse, Leute. Wo ist das Internet besser? In Schweden. Wo ist die Bil-dung besser? In Schweden. Wo ist die Schere zwischen arm und reich klein? In Schweden. Ach ja, dieses Fass öffne ich jetzt nicht ganz. In Schweden also baut PowerCell Anlagen für Schiffe und Luxusyachten, damit die Schiffe in der Ostsee bald die strengen Umweltauflagen von...äh...Schweden erfüllen können. PowerCell ist übrigens ein Spin-off von Volvo...

Sie sehen: die Automobilbranche ist die ganze Zeit innovativ gewesen. Aber die Bosse trauen sich nicht einmal, eine absichtliche Gewinndelle hinzunehmen. Es läuft darauf hinaus, dass sie sich eben eine unabsichtliche einhandeln, wenn das reicht. Elon Musk ist nicht so in Gefahr. Er wird einfach umschwenken, wenn es nötig ist. Ein Tweet reicht.

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Prof. Dr. Gunter Dueck
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