Stets muss dreierlei zusammenkommen, damit etwas zu einem Trend wird. Für den Verfasser dieser Zeilen waren im Hinblick auf die digitalen Medien entscheidend: die Arbeiten der Moving Picture Experts Group, der magnetoresistive Effekt und die Fernsehrichterin Barbera Salesch. Allgemeiner formuliert: Das Zeug, ein Trend zu werden, hat nur, was machbar, bezahlbar und nützlich ist.

Die MPEG hat uns jene Dateiformate beschert, die heute von jedem Multimedia- Player wiedergegeben werden können. Das bekannteste übrigens ist der MPEG-1 Audio Layer 3, kurz: MP3, entwickelt von der Fraunhofer-Gesellschaft. Der schlug derart ein, dass mittlerweile – zum ersten Mal in der Technikgeschichte - nicht mehr der Tonträger, sondern das File-Format für den Audio-Inhalt steht: Früher redete man von Kassetten, Platten oder CDs, wenn man Musik meinte. Heute spricht man von MP3s.

Dank magnetoresitiver Leseköpfe wiederum stiegen seit den 90ern des vergangenen Jahrhunderts die Kapazitäten von Billig-Festplatten ständig stärker als die Datenmenge, die man als gewöhnlicher Office-Nutzer darauf ablegen wollte. Also konnte man auch anderes digital speichern. Aber was? Gut, Grafiken und MP3s konnten eine Zeit lang die gewachsenen Speichermöglichkeiten sinnvoll ausnutzen. Aber auf die Dauer half da nur eines: Video.

Und darauf schließlich baut die Rolle der Richterin Barbera Salesch auf, jene als resolute Dame, die einem technologischen Trend letztendlich zum Durchbruch verholfen hat. Sie steht exemplarisch für das, was heutzutage im Fernsehen läuft. »57 Channels and nothing‘s on«, hat Bruce Springsteen dies weiland so treffend formuliert. Wer nur spontan einschaltet, sieht Casting- und Johl-Talk-Shows oder eben im schlimmsten Fall Richterin Barbera Salesch oder einen ihrer quotenträchtigen, aber rechtsstaatlich äußerst bedenklichen Kollegen.

Gut, es gibt auch andere Sendungen, einen ARTE-Themenabend zur Informationsgesellschaft vielleicht, die Serie über die Völkerwanderung auf Phönix oder die SWR-Reihe zur Technikgeschichte. Aber die werden ausgestrahlt, wenn man gerade unterwegs ist oder zu Schulfunkzeiten, während der Schöngeister wie unsereins beim besten Willen noch nicht wach und aufnahmebereit sein können.

Deshalb hat sich der Autor denn auch eine TV-Karte für den PC und eine preiswerte Netzwerkfestplatte mit einer schier unvorstellbaren Kapazität zugelegt. Da läuft jetzt automatisch das Wenige auf, was im hiesigen TV sehenswert ist. Eine wirklich feine Sache! »Digital Home« nennen IT-Strategen das wohl.

Doch, genauso ist‘s. So setzen Trends sich durch. Das ist die Wahrheit. Da hat der Autor nichts weggelassen und nichts verschwiegen. So müssen es Zeugen und damit auch Zeitzeugen schließlich halten. Richterin Barbera Salesch sagt das auch immer.

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