Noch sind es zwar knapp zwei Monate, doch die diesjährige IFA wirft bereits ihre Schatten voraus. Smart TVs mit immer mehr Funktionen und Ultra-HD-Auflösung, »Smart Devices« vom Smartphone bis zum Convertible-Computer, sowie die umfassende Vernetzung verschiedener Produkte miteinander kündigen sich als die wesentlichen Trends der IFA 2013 an. Wie jedes Jahr werden verschiedene Institute des Fraunhofer-Verbunds IUK-Technologie auf der Messe vertreten sein. Zusätzlich zu den dort vorgestellten Projekten gibt InnoVisions in den folgenden Wochen im Vorfeld der IFA einen Überblick über Projekte, die den Forschungsstand in den Bereichen Audio und Video, Consumer Electronics und darüber hinaus repräsentieren. Ein Ausblick.

Der Bildschirm wird groß, sehr groß und scharf. Ultra HD nennt sich das. Nur leider gibt es im Moment noch kaum Inhalte für diese Superfernseher, die mit Bildschirmdiagonalen von über 80 Zoll (203 Zentimeter) neue Maßstäbe setzen sollen. Vorgestellt werden sie jedoch schon einmal auf der IFA 2013, denn seit Anfang des Jahres gibt es auch einige dieser Geräte im Handel. Die Veranstalter der IFA erwarten, dass die neue Auflösung auch die Entwicklung der 3D-Technologie noch einmal anschieben wird, denn sie ist zum Beispiel Voraussetzung für die Autostereoskopie – das 3D ohne Brille. 3D selbst soll zwar dieses Jahr keines der vorrangigen Themen der IFA sein, doch kommt diese Technologie so langsam in einen Bereich, wo sie nicht mehr als Neuerung angesehen wird, auch wenn ihre Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist und auch immer wieder neue Einsatzmöglichkeiten dafür gefunden werden. Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD hat eine 3D-Rekonstruktion der Wohnung der Gebrüder Grimm in Kassel für die hessische Landesausstellung »Expedition Grimm« entwickelt. Mit Fraunhofer-Technologie reisten dieses Jahr Besucher zum Entstehungsort der Märchenbücher.

Fernseher werden jedoch nicht einfach nur größer und ihre Bilder höher aufgelöst, sie sind in den letzten Jahren dank Internet auch immer schlauer geworden. Apps, Mediatheken, Info-Portale und Online-Spiele, das alles geht schon seit einiger Zeit auf dem Fernseher. Auch im Bereich Smart TV wird es wieder Neuerungen auf der IFA zu sehen geben, die vor allem eine höhere Rechenleistung der Geräte attestieren. Die Steuerung der vielen Funktionen eines intelligenten Fernsehers ist ein eigenes Forschungsfeld und soll zum Beispiel zunehmend über Gesten passieren. Die Gestensteuerung entwickelt sich auch in Richtung der Erkennung freier Gesten im Raum. Etwas, was die interaktive Wand des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO bereits kann. Sie besteht aus vier nebeneinander montierten Monitoren, die die Gesten der Besucher durch Tracking-Sensoren erfasst und umsetzt. Die letztes Jahr auf der IFA präsentierte Technologie »Zap and Shake« des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS vereint sowohl Gestensteuerung als auch den Second-Screen-Trend, denn das Fernseh-Programm kann mit »Zap and Shake« durch Schütteln und Drehen des Smartphones gesteuert werden. Second-Screen – auch das eine Entwicklung, die wieder auf der IFA präsent sein wird. Laut Einschätzung der Veranstalter wird »das Zusammenspiel von großem Bildschirm vor dem Fernsehsessel und drahtlos vernetztem Mini-Schirm auf dem Schoß« sogar »zu den besonders spannenden Trends der IFA 2013 zählen«. So spannend wie das Projekt »About:Kate« des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS, dass für die interaktive Sendung des TV-Senders Arte eine Audio-Fingerprint-Technologie für Second-Screen-Anwendungen entwickelt hat. Zu der sogenannten Transmedia-Serie um die Kunststudentin Kate Harff gibt es eine kostenlose App für iOS und Android. Die Technologie des IAIS synchronisiert Inhalte der Serie in Echtzeit mit der zugehörigen App und ermöglicht so die Interaktion der Zuschauer. 

Auf die auf der IFA 2013 ausgestellten Projekte der Institute des Fraunhofer-Verbundes IUK-Technologie darf man schon jetzt gespannt sein. »Mit einer überwältigenden Zahl globaler Neuheiten und Produkt-Premieren werden die IFA-Aussteller ihre Innovationskraft wieder beeindruckend unter Beweis stellen«, erklärt Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu – Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik. Innovisions wird bis zur IFA viele interessante Technologien rund um Smart TV, Produktion, Ausstrahlung und alles, was sonst noch mit Unterhaltungselektronik zu tun hat, vorstellen. (kda)

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