Das im April 2009 gestartete Projekt zwischen der maltesischen Hochschule für Kunst, Wissenschaft und Technologie („Malta College of Arts, Science & Technology“, kurz MCAST), dem Fraunhofer IAO und weiteren Partnern zielt darauf ab, erstens gemeinsam ein Masterprogramm zur Methodenkompetenz im Bereich Forschung und Entwicklung zu etablieren, zweitens die MCAST-Dozenten im Bereich der Angewandten Forschung durch erfahre- ne Fraunhofer-Experten weiterzubilden sowie drittens die Bildungsangebote wissenschaftlich auszubauen, einschließ- lich der Entwicklung neuer Curricula, der Vorbereitung und Umsetzung neuer Unterrichtsmaterialien sowie der Qualitätssicherung von Bildungsangeboten. In den kommenden Ausgaben berichtet InnoVisions an dieser Stelle über die Veränderungen an den einzelnen Instituten. Heute: Das Institut für „Electrical & Electronics Engineering“. 

Seinen Ursprung hat das MCAST-Institut für „Electrical & Electronics Engineering“ in dem gemeinsam von der Schweizer und der Malteser Regierung 1974 gegründeten „Fellenberg Training Centre for Industrial Electronics“. Als Teil von MCAST wurde neben dem Trainingszentrum weitere Kurse des „Mikielang Sapiano Technical Institute“ sowie der „Umberto Calosso Trade School“ übernommen, womit das Institut zum einzigen Anbieter auf Malta für berufsbezogene Aus- und Weiterbildung im Bereich der Elektrotechnik wurde.
Gelegen auf dem MCAST-Hauptcampus in Paola, verfügt das Institut heute über 18 exzellent ausgestattete Labore, die von den Grundlagen der Elektrotechnik und Elektroinstallation über elektronische Kommunikation, Mikrocontroller, Automation, Steuerelektronik und fortgeschrittene Elektronik alle relevanten Bereiche der Elektrotechnik abdecken. 2001 beinhaltete das Lehrangebot drei Kurse bis zum Europäischen Qualitätsrahmen (EQR/EQF) Level 4. Zu dieser Zeit waren 199 Studenten immatrikuliert. Inzwischen bietet das Institut für 536 immatrikulierte Studenten 12 Kurse von EQF Level 2 bis EQF Level 6 an. Nicht zuletzt führten Kooperationskurse wie z.B. „Aircraft Maintenance“ und „Marine Engineering“ dazu, dass weitere 400 Studenten ihre Kurse am Institut „Mechanical Engineering“ belegten.
Im Laufe der Zeit wurde das Institut für das Anbieten von Kursen durch verschiedene akkreditierte Institutionen wie „Edexcel“, „City & Guilds“ und „EMTA“ zertifiziert, und 2007 wurde sogar der „Edexcel Centre of Excellence Award“ an MCAST verliehen. Auch die Studenten können eigene Erfolgsgeschichten vorweisen: Bis zum heutigen Zeitpunkt haben 1134 Studenten Kurse auf verschiedenen Leveln erfolgreich abgeschlossen. Die Teilnahme an diversen nationalen und internationalen Wettbewerben ist von beeindruckenden Erfolgen gekrönt. Zu den größten Erfolgen zählen der erste und zweite Platz am „Malta Young Science Contest“ durch Philip Cardona 2009 bzw. Allesandro Vella im Jahr 2008. Cardonna, ein Student der Industrial Electronics, erzielte darüber hinaus den 2. Platz bei dem „European Contest for Young Scientists“. 2008 erreichten Shawn Sciberras und Stephen Zahra, beide Studenten des Fachbereichs „Industrial Electronics“, den 2. Platz bei der „EuroSkills Competition“. Darüber hinaus haben mehrere Studenten eine Gold-Medaille bei den „City & Guilds“ gewonnen.
Enge Kooperationen pflegt das Institut mit der heimischen Industrie, um so Trends in der Elektrotechnik zu identifizieren und durch entsprechende Lehrinhalte den Anforderungen der Industrie gerecht zu werden. Mit dem Start der in Kooperation mit Fraunhofer entwickelten „Bachelor of Science“-Programme (2009) plant das Institut, gut ausgebildete und praktisch orientierte Ingenieure hervorzubringen. Ziel des TUD- Programms ist es, in den nächsten vier Jahren die Techniker auf ein universitäres Bildungsniveau zu bringen. So haben die Studenten Möglichkeiten, ihre beruflichen Fähigkeiten auszubauen, um im internationalen Vergleich mit anderen Lehrinstitutionen konkurrenzfähig zu sein.
Seine Hauptaufgaben sieht das Institut mit seinen gut 35 Vollzeit-Lehrbeauftragten und zehn Gastdozenten der Universität Malta sowie aus der Industrie in der Optimierung aktueller Kurse sowie in der gleichzeitigen Weiterentwicklung des Lehrangebots durch postgraduale Forschungsprogramme. Darüber hinaus sollen Trendthemen wie erneuerbare Energien oder Kommunikation in das Kursangebot integriert werden.
Das 2001 gegründete MCAST gilt auf Malta als führende akademische Institution für die berufliche Weiterbildung. Für die inzwischen mehr als 5.000 Vollzeitstudenten und gut 4.000 Teilzeitstudenten wurde das Kursniveau in den vergangenen Jahren kontinuierlich angehoben, sodass mittlerweile alle zehn Institute Kurse anbieten, die nach dem europäischen Bildungsrahmen dem Level 5 entsprechen. Schon ab September 2009 werden neue Weiterbildungs-Abschlusskurse angeboten, deren anwendungsorientiertes Konzept sich besonders stark an den Bedürfnissen der Studenten und Unternehmen orientiert und sich somit deutlich von den Angeboten der Universität unterscheidet.
MCAST-Principal Prof. Maurice Grech setzt bei der Kooperation vor allem auf „die Erfahrung der Fraunhofer-Gesellschaft im Bereich der Angewandten Forschung sowie ihrer guten Beziehungen zur Industrie und anderen Forschungseinrichtungen“. Fraunhofer könne deshalb nicht nur dabei unterstützen, Kurse zu konzipieren und Mitarbeiter zu schulen, sondern auch bei einer Stärkung der Forschung und Entwicklung gemeinsam mit der heimischen Industrie behilflich sein. Ausgehen sollen hiervon letztlich weitreichende Beschäftigungsimpulse im Sinne der Bildung und Forschung als „Standortfaktor“.

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