Immer schnellere Produktwechsel, zunehmende Variantenvielfalt und abnehmende Losgrößen erfordern flexible Anlagen. Zudem benötigen Massenprodukte hohe Montagegeschwindigkeiten und effektive Abläufe. Da führt ein unvorhergesehener Maschinenstillstand schnell zu unwiederbringlichen Wettbewerbsnachteilen. 

Insofern wird es immer wichtiger, potentielle Fehler zu erkennen, bevor sie auftreten. Darüber hinaus erfordern verteilte Automationsstrukturen intelligente Lösungen. Der Ausweg aus diesem Dilemma ist eine gezielte Optimierung der Instandhaltungs- und Überwachungsstrategien mittels spezieller Systeme.

Aus diesem Grund hat das Fraunhofer IIS eine vollständig neue und komplett rekonfigurierbare Plattform für den Aufbau von flexiblen Condition Monitoring Systemen entwickelt. Diese Plattform kann sowohl von den verwendeten Hardwarestrukturen als auch von Seiten der Software an die sich ändernden Produktionsbedingungen angepasst werden. Dadurch entstehen individuelle und flexible Systeme, die sich bei Bedarf z. B. über das Internet an die jeweiligen Anforderungen anpassen lassen.

Diese Flexibilität wird zusehends wichtiger. Denn die derzeitig verfügbaren Systeme sind meist nur auf eine präzise vorgegebene Aufgabe angepasst, wie etwa die Überwachung eines Motors oder Getriebes auf mögliche Schäden. Weil sich diese Aufgabe über die Zeit hinweg nicht verändert, lassen sich diese Systeme nicht neu programmieren. Anders sieht es bei komplexen Anlagen aus, die im Rahmen von Contracting-Modellen durch einen Dienstleister betrieben werden oder meist örtlich entfernt von der Niederlassung angesiedelt sind. Hier reicht es oft nicht aus, frühzeitig auf Ausfälle hinzuweisen. Der Betreiber benötigt zusätzliche Informationen über die Art des drohenden Schadens, um entsprechend handeln zu können. Die Krux dabei ist, dass man oft zum Entwicklungszeitpunkt die möglichen Probleme gar nicht kennt, und ein System, das bereits für sämtliche potentielle Fälle gewappnet ist, schlichtweg unbezahlbar wäre.

Der Prototyp am Fraunhofer IIS entwickelten FPGA-Plattform besteht deshalb aus verschiedenen Kommunikationsschnittstellen und einem LCD-Display inklusive einer Touch-Screen-Bedienung. Ähnlich einem Baukasten lassen sich die verschiedenen Funktionalitäten dann auf der Plattform z. B. via Internet - je nach Anwendung – hinzufügen oder entfernen. Gemanagt wird das Ganze von einem so genannten Software-Framework. Auch komplexe Algorithmen lassen sich direkt in Hardware ausführen. Auf diese Weise lässt sich das Condition Monitoring System individuell an die Bedürfnisse seiner Nutzer und den Produktionsbedingungen anpassen.

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