Informations- und Kommunikationstechnologien halten immer stärker Einzug in die Produktion. Ein Umstand, dem auch die Hannover Messe zunehmend Rechnung trägt. Mit ihrem Schwerpunkt Integrated Industry verweist sie auf immer flexibler und intelligenter werdende Produktionsstraßen. Die auf der Hannover Messe vorgestellten Projekte der Fraunhofer-Institute spiegeln diese Entwicklung deutlich wieder.

Alljährlich stellt die Hannover Messe die neuesten Technologien für die Industrie vor. In letzter Zeit waren diese geprägt von einer Entwicklung, die Industrie 4.0 genannt wird. Die vierte industrielle Revolution nach Dampfmaschine, Massenproduktion und Automatisierung. Vor allem die Vernetzung aller Akteure, maschineller wie menschlicher, ist ein wichtiger Aspekt. Der diesjährige Schwerpunkt der Messe: Integrated Industry. »Integrated Industry steht nicht nur für das einzigartige Zusammenspiel von Automation, Energietechnologien, Antriebstechnik, industrieller Zulieferung sowie Forschung und Entwicklung auf der Hannover Messe, sondern insbesondere auch für den Einzug der Informationstechnologie in die Fertigungsprozesse«, erklärt Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe AG. »Aufgrund von immer kürzeren Produktlebenszyklen und der zunehmenden Produktvielfalt müssen Fertigungsstraßen in Zukunft immer flexibler werden. So werden zum Beispiel in der Automobilindustrie bereits heute unterschiedliche Fahrzeugmodelle auf einer Produktionslinie hergestellt.«

Auch dieses Jahr sind viele Fraunhofer-Institute des IuK-Verbundes auf der Hannover Messe vertreten. Das Fraunhofer IOSB stellt zum Beispiel ein System zur Qualitätssicherung vor, mit dem sich Fehler am Lack durch Gesten anzeigen lassen und danach automatisch gespeichert werden. Auch Industrial Smart Grids werden Thema am Stand des Instituts sein. Intelligente Netze sorgen auch in der Industrie für einen effizienteren Umgang mit Ressourcen und Energie. Das IOSB ist in diesem Zusammenhang am BMBF-Spitzencluster »Intelligente Technische Systeme Ostwestfalen-Lippe it’s OWL« beteiligt. Für mehr Sicherheit sorgen die Projekte des Fraunhofer AISEC. Demnächst wird das AISEC ein Labor zur Simulation von Cyberangriffen auf Produktionsprozesse eröffnen. Auf dem Stand des Instituts werden Verfahren zum Produkt- und Piraterieschutz gezeigt. Das Fraunhofer IDMT stellt die 4Safe-Toolbox vor. Ein System, das hilft, Arbeitsunfälle in der Produktion zu vermeiden. Es erkennt zum Beispiel Gefahrensituationen zwischen Mensch und Maschine in der Entstehung. Das Fraunhofer SCAI stellt Projekte vor, die für mehr Effizienz bei der Rohstoffverarbeitung sorgen. Der AutoNester etwa optimiert die Anordnung von Schnittbildern auf Stoffbahnen, StahlProOpt minimiert den Schrott beim Zuschneiden warmgewalzter Stahlprofile und CoilNest minimiert den Verschnitt beim Abpressen von Karosserieteilen. Diese und weitere Projekte werden demnächst Thema auf InnoVisions sein, in unserem Schwerpunkt Industrie 4.0. (kda)

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