Eines der schönsten Gefühle ist jenes wunderbare Kribbeln im Kopf, wenn man eine gute Idee hat. Was dann allerdings folgt, ist oft ziemlich ernüchternd. Denn um eine Idee umzusetzen, muss oft viel gerechnet, gesucht und getestet werden.

Genau da erweist sich allerdings die Informationstechnik als hilfreich. Computern macht Monotonie nichts aus. Im Gegenteil: Je stupider die Aufgaben, die man ihnen überträgt, desto besser kommen ihre Vorzüge zur Geltung. Darüber hinaus verrichten Computer ihren Dienst disziplinierter als Menschen. Sie geben keine Widerworte, vergessen nix. Und die in ihren Speichersystemen in Form von Daten abgelegten Fakten lassen sich jederzeit abrufen.

Besonders gut sind Rechner, wenn sie Benchmarks fahren. Der Fachmann weiß zwar, dass jene Leistungstests meist nur sehr wenig mit der wirklichen Welt zu tun haben, aber diejenigen, die mit der Materie nicht so vertraut sind, lassen sich doch gerne von brillanten Testergebnissen beeindrucken.

Auf jeden Fall aber ist es sinnvoll, etliche Aufgaben, vor allem die so ganz und gar nicht kurzweiligen in der Produktion, von Rechnern erledigen zu lassen. Da kommt dann ein weiterer Vorteil der Informationstechnik zum Tragen: Rechner sind mittlerweile meist ziemlich ausfallsicher. Und wenn doch was schief gehen sollte, dann genügt oftmals ein einfaches alt+ctrl+del, und sie funktionieren wieder.

Menschen hingegen funktionieren fast nie, wie andere das gerne von ihnen hätten. Vor allem die jungen nicht, die Kids, die, die später, wenn sie einmal groß sind und etwas gelernt haben, Computer entwickeln und programmieren sollen. Solche Leute werden gebraucht. Immer mehr. Auf die kommen große Aufgaben zu: Sie müssen kreativ sein und Ideen haben. Denn das können Rechner nicht. Die sind zwar äußerst nützliche, aber eben nicht sehr intelligente Helfer. Noch nie hat ein Computer eine Idee gehabt, nicht einmal eine schlechte. Und das herrliche Kribbeln im Kopf kennen die armen digitalen Dummerchen natürlich auch nicht.

Und deswegen ist es schlimm, dass einige Leute regelmäßig so schlechte Ideen haben: die, die in der Bildungspolitik sagen, wo‘s langgeht. Schon jetzt ist klar, was sie fordern werden, wenn nächstes Jahr, die Ergebnisse der gerade eben abgeschlossenen neuen PISA-Studie veröffentlicht werden. Dann werden sie den Kids wieder mehr Disziplin und mehr abrufbares Faktenwissen abverlangen. Und sie werden sie zu häufigeren, oft weltfremden Leistungstests verdonnern. Gerade so, als müssten die Youngsters später einmal gegen Rechner konkurrieren und sich nicht vielmehr ihrer bedienen.

Ach ja, es ist schon schade, dass nicht alles so einfach ist wie die Informationstechnik. Vor allem in der Bildungspolitik wäre es doch schön, wenn man bloß mal alt+ctrl+del zu drücken bräuchte.

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Achim Killer
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