Die junge Generation ist im Netz angekommen, die Älteren holen langsam aber stetig auf. Doch nach wie vor gibt es natürlich Diskrepanzen in der Internetnutzung der jeweiligen Altersstufen. Eine Angleichung der Internetnutzung würde nicht nur eine gesellschaftliche Lücke schließen, sondern auch dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche bei Gefahren aus dem Netz besser geschützt werden. Seit 2004 lenkt der Safer Internet Day die Aufmerksamkeit auf sichere Internetnutzung – vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Dieses Jahr sollen unter dem Motto »Discover the digital world together ... safely!«

Laut (N)Onliner-Atlas 2011 sind rund 75 Prozent der Deutschen online. Die Generation der über 50-jährigen verzeichnet derzeit die höchsten Zuwachsraten bei der Internetnutzung. Dennoch: Von den 14 bis 29-jährigen sind gut 95 Prozent online, während es bei den über 50-jährigen nur gut 50 Prozent sind. Kinder und Jugendliche sind so im Netz viel sich selbst überlassen. Denn wer das Internet nicht nutzt, kann auch nicht über dessen Gefahren Bescheid wissen. Eltern wissen oft immer noch nicht, was ihre Kinder in der digitalen Welt umtreibt. Die Frage nach der Medienkompetenz betrifft so auf unterschiedliche Weise alle Altersstufen. Denn auch wenn sich die Internetnutzung generell nach oben bewegt, so steht die Gesellschaft nach wie vor diversen Problemen gegenüber, die sich aus einem Mangel an Kenntnissen rund um das Netz ergeben, aber auch aus einem Ungleichgewicht dieser Kenntnisse zwischen den Generationen. Dieses greift der diesjährige Safer Internet Day auf. Das weltweite Motto lautet: »Discover the digital world together … safely!« 

Der Safer Internet Day ist eine Aktion des Insafe Netzwerks. Das Netzwerk betreibt in 27 EU-Ländern und Island, Norwegen und Russland Internet Center, die Eltern und Jugendliche über einen angemessenen Umgang mit dem Internet informieren. Seit 2004 richtet das Netzwerk den Safer Internet Day aus. Was als EU-Projekt begann ist mittlerweile zu einem weltweit wichtigen Termin geworden. Auf sechs Kontinenten und in mehr als 70 Ländern wird der Safer Internet Day gefeiert. Dieser Tag richtet seine Aufmerksamkeit vor allem auf Kinder und Jugendliche und deren Umgang mit dem Netz.

In Deutschland wird es im Rahmen des Safer Internet Days eine Vielzahl von Aktivitäten geben. Zum Beispiel haben die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) und Medienstadt Leipzig e.V. einen Handy-Filmwettbewerb zum Thema »Sicheres Internet« initiiert. Im Plenarsaal des Potsdamer Landtages werden rund 80 Schülerinnen und Schüler aus Brandenburg eine Parlamentsdebatte zum Jugendmedienschutz simulieren. In Berlin veranstaltet die Fachstelle für Suchtprävention einen Dialog zur Prävention von Onlinesucht. Und an der AIXhibit Akademie in Aachen findet etwa ein Workshop »Selbstschutz im Web in Schule und Kinderzimmer statt«. Die deutsche Seite mit allen deutschen Veranstaltungen ist auf den Webseiten von klicksafe.de zu finden

Die Gefahren, denen Kinder und Jugendliche im Netz ausgesetzt sind, sind leider vielfältig. Jugendliche exponieren sich heutzutage stark in sozialen Netzwerken und sind dadurch  Cybermobbing ausgesetzt. Von sogenannten Loverboys geht eine Gefahr für junge Mädchen aus. Kinder häufen ungewollt hohe Rechnungen für Online-Spiele an. Nach Angaben von Insafe sind es europaweit vor allem Jugendliche, nicht Erwachsene, die Kindern ins Netz helfen: auf ganze 73 Prozent der Kinder trifft das zu. In 44 Prozent der Fälle sind die Jugendlichen es auch, die den noch Jüngeren Tipps zur Sicherheit geben. 

Hierzulande erlangte das Thema Kinder und Jugendliche im Netz Mitte Januar einmal mehr traurige Berühmtheit. Die TU Berlin veröffentlichte eine Studie zu Cybermobbing bei Kindern und Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren. Diese berichteten von einer Vielzahl verschiedener Formen der digitalen Verunglimpfung. Die Studie befasste sich vor allem mit den unbeteiligten Zuschauern, dem Publikum also, und deren Willen und Möglichkeiten, einzugreifen. Es stellte sich heraus, dass die Befragten oft ratlos waren, wenn es darum ging, Opfern zu helfen. Dennoch nannten die meisten ihre Freunde als erste Ansprechpartner bei Problemen. Konkrete Vorstellungen hatten die Jugendlichen jedoch davon, was verbessert werden kann. Von der Schule erwarteten sie die Behandlung des Themas im Unterricht, von den Betreibern sozialer Netzwerke bessere Möglichkeiten, Fehlverhalten zu melden und entsprechende Einträge entfernen zu lassen. Diese Wünsche zeigen, dass von der Erwachsenenwelt mehr Teilhabe erwartet wird. Der Safer Internet Day will Ältere wie Jüngere dazu animieren, sich gemeinsam in die digitale Welt aufzumachen und sich gegenseitig zu unterstützen. (kda)

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