Seit über zehn Jahren versucht der Girls‘Day – Mädchen-Zukunftstag Schülerinnen an Technik und Informatik heranzuführen. Einige Erfolge konnte er bereits verzeichnen, doch es scheint noch ein weiter Weg, bis signifikant mehr Frauen in MINT-Berufen arbeiten werden. Immer noch entscheiden sich zu wenige junge Frauen für diesen Ausbildungsweg. Mit der Teilnahme am Girls’Day leistet Fraunhofer jedes Jahr seinen Beitrag, um das zu ändern.

Nach Angaben des Kompetenzzentrums Technik - Diversity - Chancengleichheit e.V. hat die Anzahl von weiblichen Fachkräften in technischen Berufen allgemein zwar zugenommen – zwischen 2007 und 2011 um 7,5 Prozent. Die Zahlen des Bundesamtes für Statistik besagen jedoch, dass sich speziell in MINT-Studienfächer die Situation kaum verändert hat. Zwischen 2001 und 2011 stieg der Frauenanteil hier lediglich um knapp einen Prozentpunkt. Im Zeitraum zwischen dem Wintersemester 2008/2009 und dem Wintersemester 2012/2013 hat sich die Zahl der weiblichen Erstsemester in den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften zwar um 19,2 Prozent erhöht, die der männlichen jedoch um 21,3 Prozent. Im Verhältnis ist der Frauenanteil also nicht signifikant gestiegen.

Der Girls’Day, der wie jedes Jahr bundesweit wieder am 25. April stattfindet, hat also noch so einiges an Arbeit vor sich. »Auch im zwölften Jahr des Girls’Day ist es nicht selbstverständlich, dass sich Mädchen selbstständig mit Berufsbildern aus den MINT-Bereichen – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – auseinandersetzen«, so Dieter Hundt, Präsident der Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände.  Immerhin erhalten 40 Prozent der Unternehmen, die an den Aktionen teilnehmen, noch am Zukunftstag selbst Anfragen zu Praktika und Ausbildungsstellen. Und unter dem Motto »Girls'Day - gut für Berlin« werben die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Frauen und der LIFE e.V. in Berlin für den Aktionstag mit Motiven von Mädchen, die durch den Girls’Day tatsächlich ihr Interesse an Technik entdeckt haben.

Auch Fraunhofer-Institute beteiligen sich wieder am Girls’Day. Denn Fraunhofer versucht an verschiedenen Fronten, das Interesse von jungen Frauen im MINT-Bereich zu fördern. Außer dem Girls’Day ist Fraunhofer zum Beispiel am Pakt für mehr Frauen in MINT und am Mädchen-Technik-Kongress beteiligt, unterhält Doktorandinnen- und Mentoring-Programme. Der Frauenanteil am wissenschaftlichen Personal der Institute hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht und lag 2012 bei 20,8 Prozent. Am Girls’Day werden wieder verschiedene Projekte mit Mädchen an den Instituten durchgeführt. So werden Teilnehmerinnen am Fraunhofer FKIE einen Computer aus Einzelteilen selbst zusammenbauen und auf diese Weise das Innenleben eines Rechners kennenlernen. Am Fraunhofer IOSB bauen Mädchen ein Keksschachtel-Spektrometer, um damit die Farben verschiedener Lichtquellen zu ermitteln. Außerdem heißt es: »Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast ... was wissen Facebook, Google & Co?« Dort werden sich die Mädchen anschauen, welche Daten im Internet über sie verfügbar sind und wie sie am besten damit umgehen. Am Fraunhofer IIS werden die Teilnehmerinnen einen Lügendetektor bauen und das Fraunhofer HHI entführt die Mädchen in die Interaktive 3D-Welt,  in der die gleichnamige Technologie erklärt wird sowie in die Mikrowelt, in der sie einen eigenen Silizium-Wafer im staubfreien Technologie-Labor herstellen werden. Zwei Fraunhofer-Institute sind auch auf der Auftaktveranstaltung im Bundeskanzleramt am Vorabend des Girls’Day vertreten. »Wir sind heute die Avantgarde, die Vorhut«, sagte Bundeskanzlerin letztes Jahr auf dieser Veranstaltung. »Morgen wird der Girls’Day dann in ganz Deutschland Mädchen einladen, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten einen Besuch abzustatten, eine Stippvisite zu machen und vielleicht Kontakte zu knüpfen.« (kda)

Eine Zusammenfassung der Girls' Day Auftaktveranstaltung 2012 im Bundeskanzleramt zeigt der Videobeitrag.

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Thomas Bendig
  • Fraunhofer-Verbund IUK-Technologie
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