Im vergangenen Jahr verzeichneten die Informatikwettbewerbe der Initiative »Bundesweit Informatiknachwuchs fördern« (BWINF) eine Rekordbeteiligung: Rund 160.000 Schülerinnen und Schüler gingen in den unterschiedlichen Altersstufen ins Rennen und stellten ihr Wissen im Bereich Informatik unter Beweis. Stehen für alle Teilnehmer die Begeisterung für das Fach und der Spaß beim Lösen von spannenden Aufgaben im Vordergrund, so kann sich für die besonders erfolgreichen Nachwuchsinformatiker die Teilnahme an den Wettbewerben doppelt lohnen: denn ihnen winkt neben attraktiven Preisen die Aussicht auf Stipendien und eine steile Karriere.

Am 1. September war es wieder so weit: Die 31. Ausgabe des Bundeswettbewerbs Informatik (BwInf) startete. Noch bis 3. Dezember können talentierte Jugendliche bis 21 Jahre in der ersten Runde ihre Informatik-Fähigkeiten unter Beweis stellen. Es gilt, Aufgaben zu lösen wie: Kann nicht mein Smartphone die Konjugation von Verben für mich übernehmen? oder Wie legt eine Stadt die Höhe von Wolkenkratzern fest, ohne ihr Wahrzeichen zu verdecken?. »Der Bundeswettbewerb Informatik stärkt die Sichtbarkeit von Informatik und weckt das Interesse von Schülern in der Phase der Berufswunschbildung. Er führt mit zeitgemäßen praxisnahen Aufgaben spielerisch und kreativ an Informatik heran und zeigt den Schülern, dass Informatik weit mehr ist, als stures Programmieren«, verdeutlicht Thomas Bendig, Geschäftsführer des Fraunhofer-Verbunds IuK-Technologie. Als einer der Träger der BWINF-Initiative bietet der Verbund den besten Teilnehmern des Wettbewerbs die Möglichkeit zur Teilnahme an der Fraunhofer-Talent-School und Praktika in den Mitgliedsinstituten. »Hier können sich die Schüler noch intensiver mit praktischen Projekten befassen und Einblicke und Ausblicke erhalten, wie spannend es sein kann, als Informatiker in der Forschung und Entwicklung zu arbeiten. Mit diesen und weiteren Aktivitäten stellen wir sicher, dass es in Deutschland auch in Zukunft interessierten und qualifizierten Fachkräftenachwuchs gibt«, so Bendig weiter.

Eine Umfrage unter 470 ehemaligen Finalisten des Bundeswettbewerbs Informatik zeigt, dass ihre Teilnahme am Wettbewerb karrierefördernd war: Für 75,9 Prozent der Befragten ergaben sich daraus generell positive Impulse für ihre Karriere. »Viele unserer ehemaligen Teilnehmer finden sich heute in herausragenden Positionen zum Beispiel bei Google oder an der Cambridge University wieder«, verrät Dr. Wolfgang Pohl, Geschäftsführer der BWINF-Initiative. Vier ehemalige Sieger des Bundeswettbewerbs Informatik sind Dominic Battré (31), Felix Arends (26), Jochen Eisinger (33) und Christoph Flake (24), die heute als IT-Spezialisten in der deutschen Niederlassung von Google in München arbeiten. »Der BwInF brachte viele Kontakte oder, besser gesagt, Freunde. Viele Kollegen, mit denen ich jetzt bei Google zusammenarbeite, kannte ich schon vorher durch den BwInf und verdanke dem BwInf so indirekt meinen heutigen Arbeitsplatz«, führt Arends aus. (Das gesamte Interview mit den vier Siegern können Sie hier nachlesen.) 

Auch für jüngere Schülerinnen und Schüler hält die BWINF-Initiative den richtigen Wettbewerb parat: den Informatik-Biber, welcher in diesem Jahr vom 12. bis 16. November stattfindet und die Jahrgangsstufen 5 bis 13 an informatorisches Denken heranführen soll. »Wir als Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) möchten natürlich die Faszination für Informatik wecken und bereits frühzeitig fördern. Der Bundeswettbewerb Informatik, insbesondere der Informatik-Biber mit seinen alltagsrelevanten Aufgaben, ermöglicht es uns, die Disziplin der Informatik einem breitem Publikum bereits in jungen Jahren bekannt zu machen. Mit über 150.000 TeilnehmerInnen ist der Informatik-Biber der größte Informatikwettbewerb«, erläutert Alexander Rabe, Stellvertreter des Geschäftsführers der Gesellschaft für Informatik, welche neben dem Fraunhofer-Verbund IuK-Technologie und dem Max-Planck-Institut für Informatik der dritte Träger der BWINF-Initiative ist. Die Aufgaben des Biber-Spiels auf YouTube sind unterhaltsam, anspruchsvoll und informatorisch zugleich und verweisen auf die Alltagsrelevanz der Informatik: Wie bekommt der Baum auf dem Bauernhof Wasser?Wo müssen im neuen Stadtviertel die Straßenlaternen aufgestellt werden? oder Welcher Weg um den See führt nicht in eine Sackgasse?.

»Mich freut besonders, dass auch Mädchen mit Begeisterung an diesem Wettbewerb teilnehmen. Insgesamt waren im vergangen Jahr 43% der Beteiligten weiblich, bei den Jüngeren, den Klassenstufen 5 bis 8, liegt der Mädchenanteil sogar nur knapp unter 50%», so der Leiter des GI-Hauptstadtbüros weiter. Eine der 977 Schulen, die im letzten Jahr am Informatik-Biber teilgenommen haben, ist das Hohenstaufen-Gymnasium Kaiserslautern, welches den Wettbewerb wie folgt einschätzt: »Gerade in einer Einstiegsklasse kann ein solcher Wettbewerb dazu beitragen, die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Informatik zu demonstrieren und die Neugierde der Schüler auf das noch neue Fach Informatik zu wecken. LK-Schüler bekommen eine Ahnung, wie viel Schönes es neben dem Lehrplanstoff noch in der Informatik zu entdecken gilt.« Für die Zukunft wünschen sich die Organisatoren des Informatik-Bibers eine weitere Steigerung der Teilnehmerzahl. Die Chancen hierfür stehen gut, denn noch beteiligen sich die Bundesländer nicht in gleichem Umfang. Und bestimmt schlummert auch dort noch das eine oder andere Informatik-Talent, dem eine erfolgreiche Karriere bevorstehen könnte. (nst) 

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