Schlüsseltechnologien erkennt man unschwer an der damit stets verbundenen genauso komplizierten wie umfangreichen Fachterminologie. Die führt dazu, dass Laien die Experten nicht verstehen. Und umgekehrt.

Wer sich etwa mit IT befasst, muss in seinen Kopf kriegen, dass Datenbanken für die Entscheidungsfindung in Form von multidimensionalen Hypercubes organisiert sind und dass Kommunikation – gemäß dem ISO/OSI-Referenzmodell – auf sieben verschiedenen Layern stattfindet. Ist das geschafft, ist man genügend weit weg von der Welt, um Expertengespräche führen zu können.

Auch Umwelttechnologien sind längst nicht mehr trivial. Man merkt das, wenn man sich ein umweltfreundliches Fortbewegungsmittel kaufen will: Man blamiert sich ganz furchtbar, wenn man eines jener High-Tech-Geschäfte betritt, die mittlerweile überall entstanden sind, und »ein Fahrrad« begehrt. Und perfekt wird die Blamage, wenn man anschließend noch die mitleidige Frage: »Was für eines?« mit: »Ein normales« beantwortet. Da ist es dann auch schon egal, dass man auf: »Was wollen Sie denn fahren?« – richtig wäre: »Straße«, »Gelände« oder »Berg« – entgegnet: »In den Biergarten.«

Und jetzt wird Umwelttechnik erst so richtig kompliziert. Denn sie muss mit IT verknüpft werden. Das ist notwendig allein schon wegen der Energiewende. Um »Energie und Nachhaltigkeit« geht’s aktuell auf Innovisions, das heißt um intelligente Steuerung, um Wasserressourcenmanagement, um intelligente Einspeisung und Energy Efficiency, jede Menge neue Fach-Termini, die man erst einmal wieder in seinen Kopf kriegen muss.

Die beste Gelegenheit, darüber nachzudenken, bietet sich, wenn man mit seinem neuerstandenen High-Tech-Gefährt zum Biergarten radelt. Denn energie-effizient ist so ein Fahrrad ja ganz augenfällig. Es verwandelt die Kalorien, die man in Form einer gut eingeschenkten Mass aufzunehmen gedenkt, in kinetische Energie und verhindert so, dass sie als Lipide unschön in der Bauchgegend aufgespeichert werden. Das ist doch Nachhaltigkeit! – Auch unter ästhetischen Gesichtspunkten.

Für die intelligente Steuerung verfügt so ein Fahrrad über einen intuitiv bedienbaren Lenker. Und wenn’s damit zum Biergarten geht, dann ist das Problem des Wasserressourcenmanagements auch bereits bestens gelöst. Die entsprechende Implementierung wird in Bayern »Biesl-Center« geheißen, mancherorts auch »Befreiungshalle«.

Und wenn man dann für die Mass ansteht, dann wird einem bewusst, wie lohnend es doch ist, über Energie und Nachhaltigkeit nachzudenken. Da ist noch ganz viel zu tun. Allerdings das Zum-Biergarten-Radeln, das könnte durchaus zum Pattern für etliche Lösungen werden. – Aber erst einmal freut man sich in solchen Momenten auf die intelligente Einspeisung.

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Achim Killer
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