Durch die Katastrophen der letzten beiden Jahrzehnte ist klargeworden: Wo menschliche Sinne an ihre Grenzen stoßen, müssen andere Lösungen gefunden werden. Das Fraunhofer-Kollektivprojekt und System für Katastrophenmanagement SENEKA soll diesen Zweck erfüllen und geht nach einem erfolgreichen Testlauf im letzten Jahr in die nächste Runde.

Nach der Verwüstung weiter Gebiete durch z.B. Brände, Explosionen oder Erbeben ist die Aktionsfähigkeit engagierter Helfer in den entsprechenden Regionen oft stark eingeschränkt: Verschüttete Personen lassen sich nicht lokalisieren, giftige oder radioaktive Gefahrenstoffe behindern die Erschließung und die Unzugänglichkeit des Terrains verzögert jegliche Bergungsarbeiten. Eine solche Situation wurde im Oktober 2014 in Ahrweiler unter Kooperation mit der örtlichen Feuerwehr und dem THW simuliert, wobei SENEKA als Gesamtsystem erfolgreich zum Einsatz kam.

Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, liefert jedes der beteiligten Fraunhofer-Institute eigenes Know-How: Das Fraunhofer IOSB sorgt für die Visualisierung im Leitstand, die Flug- und Bodenroboter, während das IAIS die Fahrplanungen übernimmt, das IPM die chemischen Sensoren für Schadstoffe entwickelt und das Fraunhofer IPA sich mit High End Sensorsonden und den »Bestpreis Sensorbällen« einbringt.

An einigen Komponenten und Technologien wird schon seit Jahren geforscht – so wird das sogenannte s-net® des Fraunhofer IIS bereits im Bereich Sicherheit und Logistik angewendet. Es dient, zusammen mit der ebenfalls vom IIS eingebrachten, vermaschten WLAN-Technologie im Projekt SENEKA unter anderem dazu, eine sichere Verbindung zwischen verschiedenen mobilen Mesh Nodes aufzubauen. Diese ermöglichen beispielsweise Feuerwehrleuten eine störfreie Funk- und Videoverbindung auch aus schwer zugänglichen Bereichen wie Kellerräumen.

In der jetzt eingeleiteten Optimierungsphase haben bereits einige potentielle Industriepartner Interesse an Teilsystemen gezeigt, d.h. der Fokus wird vorwiegend darauf liegen, erschwingliche Teilpakete mit kombinierbaren Einzelkomponenten und Technologien an Partner im Katastrophenschutz und in der Industrie zu vermitteln. Auf der Interschutz im Juni 2015 soll das Konzept SENEKA unter Anwesenheit der Institutsvertretungen neu vorgestellt werden: Der Fokus liegt hierbei auf der neuartigen Vernetzbarkeit der Einzelmodule.

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Christian Frey
  • Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB
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