Das im April 2009 gestartete Projekt zwischen der maltesischen Hochschule für Kunst, Wissenschaft und Technologie („Malta College of Arts, Science & Technology“, kurz MCAST), dem Fraunhofer IAO und weiteren Partnern zielt darauf ab, erstens gemeinsam ein Masterprogramm zur Methodenkompetenz im Bereich Forschung und Entwicklung zu etablieren, zweitens die MCAST-Dozenten im Bereich der Angewandten Forschung durch erfahrene Fraunhofer-Experten weiterzubilden sowie drittens die Bildungsangebote wissenschaftlich auszubauen, einschließlich der Entwicklung neuer Curricula, der Vorbereitung und Umsetzung neuer Unterrichtsmaterialien sowie der Qualitätssicherung von Bildungsangeboten. InnoVisions berichtet an dieser Stelle regelmäßig über die Veränderungen an den einzelnen Instituten. Heute: Das Institut für „Information and Communication Technology“ (ICT).

Das ICT Institut startete im Oktober 2001 mit gerade einmal 200 Vollzeitstudenten. Heute sind es mehr als sechsmal so viele – fast 1300 insgesamt – die längst auf eine hochmoderne Infrastruktur zugreifen können – unter anderem 800 Computer und ein High-Speed-Netz für zentrales File Sharing. Die 2009 gestarteten TopUpDegree ICT Studiengänge beinhalten insgesamt 14 Module. Die ersten vier Module vermitteln betriebswirtschaftliche und fachspezifische Grundlagen. Anschließend wählen die Studierenden zwischen den Schwerpunkten „Software Development“ und „Networking“. Jeder Schwerpunkt umfasst 5 spezifische Module mit Theorieanteilen und konkreten Anwendungsbezügen inklusive praktischem Arbeiten – etwa ein Drittel des Unterrichts besteht aus Übungen. Jedes der Module umfasst 3 Wochen Lehre und endet mit einer einwöchigen Prüfungsphase. Somit durchläuft jeder Studierender 9 Module, die sich über 2 Semester verteilen.

Das Institut bietet ein „Foundation Certificate” in Computing, ein First Diploma for IT Practitioners, ein National Diploma in Computing, ein Higher National Diploma in Computing (ICT Systems Support), ein Higher National Diploma in Computing (Software Development) sowie die zwei TopUpDegree-Programme: B.Sc. (Hons) in Software Development und B.Sc. Hons) in Computer Networks. Je nach Bildungsgrad und bisherigem wissenschaftlichem Hintergrund müssen Studenten nicht unbedingt auf der untersten Lehr-Ebene (Level 1) beginnen.

In den einzelnen Programmen verfolgt das Institut einen betont praxisorientierten Ansatz, bei dem die Studierenden umfangreiche Fähigkeiten in den neu geschaffenen TuD-Kursen „Computer Networks“ und „Software Development“ erlangen können. Die beiden oben genannten Degree-Programme haben derzeit insgesamt fünfundzwanzig Studenten (sechzehn für Software-Entwicklung und neun für Rechnernetze). Diese beiden Studiengänge bauen auf das Higher National Diploma auf, und die Studierenden können sich zudem weiter in den Bereichen Softwareentwicklung und Computernetzwerke spezialisieren. Natürlich kommt bei aller Praxisorientierung auch die Vermittlung theoretischen Fachwissens nicht zu kurz.

 Studenten, die dieses Programm absolvieren, sind nach Einschätzung der Institutsleitung nachweislich qualifiziert für anspruchsvolle Aufgaben in der Systemanalyse, Software- und Web-Entwicklung oder im Networking als Fach- und Network / Systems Administrator. Außerdem sind die Studenten in der Lage, administrative Aufgaben in den verschiedensten Firmen zu übernehmen, die sie dann auch in die Management-Ebene führen können.

Seit einigen Monaten widmen sich nun Experten des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering (IESE, Kaiserslautern) der weiteren Professionalisierung und Standardisierung der Berufsbilder im TopUpDegree Programm ICT. So wurde das Kursprogramm in Abstimmung mit MCAST und den dort bereits existierenden Lehrinhalten detailliert. Zentrale Aufgabe war dabei die Rekrutierung hochqualifizierter Gastlektoren aus Hochschulen und Industrie, um die einzelnen ICTModule entwickeln und vor Ort durchführen zu lassen. Um eine gleichbleibend hohe Qualität der Lehre auf Dauer gewährleisten zu können, betreute das IESE außerdem fachlich und didaktisch die neuen Gastlektoren bei der detaillierten Konzeption ihrer Module beziehungsweise bei der Erstellung von Lehrmaterialien und Prüfungsunterlagen.

Malta steht schon seit langem aufgrund seiner besonderen geografischen Lage für einen Diskurs zwischen den europäischen, afrikanischen und arabischen Kulturen. Diese Brückenfunktion wird sogar in der maltesischen Sprache deutlich, die zwar semitisch ist, trotzdem aber das lateinische Alphabet verwendet. Auch dies – wenn man so will – also schon eine Innovation für sich.

Weitere Informationen bei Projektleiter Anthony Saliba, Tel.: +(356) 23987305, E-Mail: Anthony.Saliba@mcast.edu.mt oder bei Herrn Mario Pace, stellvertretender Direktor des „Institute of Information and Communication Technology“, mario.pace@mcast.edu.mt. 

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