An jedem zweiten Donnerstag im November – dieses Jahr also am 10.11. – steht alles im Zeichen von „Usability“. Weltweit finden über 200 Veranstaltungen in mehr als 43 Ländern statt. Bereits 2010 besuchten über 40.000 Menschen die Veranstaltungen zum World Usability Day (WUD). Und auch dieses Jahr gibt es allein in Deutschland in über 20 Städten Events zum Thema Usability und User Experience.

Der eigens dafür ins Leben gerufene Tag soll die Welt darauf aufmerksam machen, dass es immer noch Potential gibt, um Technik leichter bedienbar und nutzerfreundlicher zu machen. Sie ist oftmals noch zu umständlich zu benutzen, zu kompliziert und nicht intuitiv bedienbar. Gleichzeitig ist sie aber auch die grundlegende Infrastruktur für so viele Bereiche unserer Gesellschaft – von Transport und Logistik, über Gesundheitswesen bis hin zu Politik. Demzufolge sollte sie so entwickelt werden, dass sie an erster Stelle dem Menschen dient und für diesen leicht zugänglich ist.

Der WUD wurde vom internationalen Usability-Berufsverband (Usability Professionals' Association UPA) 2005 ins Leben gerufen. Ziel war es, das Thema Usability und dessen Bedeutung im alltäglichen Leben bekannt zu machen und ein Bewusstsein in der Gesellschaft für Usability-Forschung, -Entwicklung und -Praxis zu schaffen.

Im deutschen Sprachgebrauch wird Usability häufig nur als Benutzerfreundlichkeit verstanden und damit einer freiwilligen Serviceorientierung gleichgesetzt. Usability – also „use the ability“ – könnte man aber besser mit Gebrauchstauglichkeit übersetzen. Diese setzt aber auch eine gewisse Notwendigkeit der Tauglichkeit voraus. Die Möglichkeit, etwas zu benutzen ist dabei viel stringenter und impliziert, dass eine Technologie, ein Produkt, eine Entwicklung, die nicht im Sinne von Usability durchdacht ist, sinnlos ist, da etwas nicht Benutzbares auch quasi unbrauchbar ist.  

Die ISO 9241 Software Ergonomie definiert den Begriff folgendermaßen: „Usability ist das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.“

Die Optimierung der Gebrauchstauglichkeit wird in den nächsten Jahren ein immens wichtiger Wettbewerbsvorteil. Wenn sich technologische Ansätze und Umsetzungen immer mehr angleichen, dann ist die intuitive Bedienbarkeit, der „kinderleichte“ Zugang zur und Umgang mit der Technik der entscheidende Unterschied zwischen zwei konkurrierenden Produkten. Ein global bekanntes Paradebeispiel dafür ist Apple: So zeigt eine Studie der User Interface Design GmbH (UID) von 2009 mit 120 iPhone-Benutzern, dass vor allem die gestenbasierte Bedienung und der intuitive Zugang zum Gerät Begeisterung auslöst. Durch die bei Markteintritt einzigartige Bedienung und Gebrauchstauglichkeit der Apple-Produkte – wie zum Beispiel die des iPod im Vergleich zu damals herkömmlichen Mp3-Playern – lässt sich auch deren Siegeszug auf dem hart umkämpften Markt erklären. Usability ist also bereits jetzt ein entscheidender Marktfaktor und wird es immer mehr werden.

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