InnoVisions fragte Besucher der Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin: »Was müsste endlich einmal erfunden werden?«. Ihre Antworten klingen wie aus einem Science-Fiction-Film, und manche haben ihre Wurzeln tatsächlich eben dort. Für Ideen, die sich auf Informations- und Kommunikationstechnologie beziehen, sind die Forscher der Fraunhofer-Institute jedoch »Schutzpatrone« und »Hebammen« – sie können sich viel vorstellen. So schön Ideen sind, müssen sie sich aber gerade in der angewandten Forschung auch stets dem Realitätstest unterziehen.

Also baten wir unsere Experten, fünf Ideen aus der Befragung auf Herz und Nieren zu überprüfen: die Sachensuchmaschine, das Holodeck, den universellen Sprachen-Übersetzer, die Privatsphäre im Internet und den Zimmeraufräumroboter. Was gibt es schon, worauf können wir in absehbarer Zeit hoffen? Was dagegen bleibt auch in Zukunft wohl leider nur ein Traum und weshalb werden wir darauf verzichten müssen?

René Dünkler vom Fraunhofer IIS forscht in der Abteilung Funkortung und -kommunikation, man könnte auch sagen: der Abteilung Sachensuchmaschinen.

»Die Zukunft gehört der Sachensuchmaschine. Eine Suche zu automatisieren bedeutet, dass die Maschine wissen muss, wo sich etwas befindet. Die Basis für das ›Was‹ kann zum Beispiel RFID als Identifikationstechnologie sein. Dies ist derzeit Stand der Technik. Problematisch ist hier nur, dass man jede Sache, die man identifizieren möchte, mit einem sogenannten RFID-Tag bestücken muss. Schwieriger ist es herauszufinden, ›wo‹ sich eine Sache befindet. Grundlage hierfür sind Lokalisierungstechnologien auf Basis von Funkortung. Dazu müssten aber auch alle Dinge, welche wiederzufinden sind, mit elektronischen Sendern ausgerüstet werden. Zusätzlich müssten in dem Areal, in dem man sucht, beispielsweise einer Wohnung, noch Empfangseinheiten vorhanden sein. Grundsätzlich ist so eine Technik möglich, würde aber derzeit an den Kosten und dem Aufwand scheitern, da man jede Sache elektronisch markieren und gegebenenfalls zusätzlich noch Empfangsinfrastruktur zur Verfügung stellen müsste. Man könnte auch Bilderkennung zur Suche einsetzen, aber dann muss man das zu durchsuchende Areal mit Kameras ausstatten. Außerdem ist die Bilderkennung limitiert, etwa wenn die Sachen optisch verdeckt sind.

Folgende Beispiele sind derzeit schon umgesetzt:

• Suchen und Finden von logistischen Sachen (Paletten, Gabelstaplern) in großen Hallen
• Lokalisieren von Bällen und Spielern im Fußball (›Chip im Ball‹)
• Orten von Containern weltweit
• Orten von Produktionsgütern, Werkzeugen und Ähnlichem während der Produktion

Ich empfehle also vorerst weiterhin Ordnung zu halten – für den Privathaushalt ist dies immer noch am günstigsten :).«

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  • Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
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