Think outside the box, wörtlich übersetzt: außerhalb der Box denken – diese englische Redensart steht dafür, Grenzen der Vorstellung zu überwinden: Wände rechts, links, vorne und hinten kurzerhand einreißen und neue Weitsicht gewinnen. Im Alltag fällt das vielen von uns nicht leicht. Während Kinder es beständig tun, ringen selbst Forscher immer wieder mit sich, denn gerade Beruf und Generation schaffen Gewohnheiten und damit unbemerkt Sichtbarrieren.

Als InnoVisions Besucher der Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin fragte: »Was müsste endlich einmal erfunden werden?«, klangen viele der Antworten wie Science Fiction, und manche haben ihre Wurzeln tatsächlich eben dort. Was halten Sie beispielsweise von schwebenden PKWs, Gerüche wahrnehmenden Handys, adaptiven Schuhen und der Wasser-Download-App? Für Ideen, die sich auf Informations- und Kommunikationstechnologie beziehen, sind die Forscher der Fraunhofer-Institute jedoch »Schutzpatrone« und »Hebammen«. So schön Ideen sind, müssen sie sich aber gerade in der angewandten Forschung auch stets dem Realitätstest unterziehen. Also baten wir unsere Experten, fünf Ideen aus der Befragung auf Herz und Nieren zu überprüfen: die Sachensuchmaschine, das Holodeck, den universellen Sprachen-Übersetzer, die Privatsphäre im Internet und den Zimmeraufräumroboter. Was gibt es schon, worauf können wir in absehbarer Zeit hoffen? Was dagegen bleibt auch in Zukunft wohl leider nur ein Traum und weshalb werden wir darauf verzichten müssen?

Prof. Dr. Sven Behnke vom Fraunhofer IAIS ist Spezialist für Cognitive Robotics – und damit genau der richtige Ansprechpartner, wenn es um den Zimmeraufräumroboter geht:

»Nichts spricht prinzipiell dagegen, dass es in der Zukunft Roboter geben könnte, die allein Zimmer aufräumen – allerdings wird das noch eine Weile dauern. Den Stand der Entwicklung kann man am besten bei den RoboCup@Home-Wettbewerben sehen, in denen erste Prototypen künftiger Serviceroboter ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Hier gibt es auch einen Test, der das Zimmeraufräumen nachbildet. Um diese Aufgabe zu lösen, müssen die Roboter sich sicher in engen Innenräumen bewegen können, auch wenn Gegenstände auf dem Boden liegen. Sie müssen Objekte erkennen und zuverlässig greifen können. Weiterhin müssen sie wissen, wo die Objekte hingehören und diese dort geordnet ablegen. All diese Fähigkeiten sind heute prinzipiell vorhanden, müssen allerdings noch zuverlässiger und schneller werden. Weiterhin muss natürlich auch noch der Preis der Roboter sinken, bevor der Einsatz im Haushalt sinnvoll ist. Aber das ist ja vor allem eine Frage der Stückzahl  …«

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Sven Behnke
  • Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS
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