IT- und Cybersicherheit

Künstliche Intelligenz mit Radiergummi 

Gemeinsam KI-Modelle trainieren, ohne sensible Rohdaten miteinander teilen zu müssen – genau das ermöglicht Federated Learning. Doch was passiert, wenn ein Partner das Konsortium verlässt oder fehlerhafte Daten das Modell beeinflussen? Bisher bedeutete das oft: Das gesamte Modell musste ressourcenintensiv neu trainiert werden. Das Kooperationsprojekt »DeFedOblivio« vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST und Fujitsu Research präsentiert einen neuartigen Ansatz für dezentrales, gezieltes Vergessen (»Federated Unlearning«). Nach dem Auftritt auf der Hannover Messe 2026 zeigt das Framework, wie sich Datensouveränität und KI-Kollaboration in industriellen Ökosystemen künftig besser miteinander verbinden lassen. 

Moderner Gerichtssaal mit Richtergremium und großer Justizia-Statue im Hintergrund. Zwei Forschende präsentieren technische Unterlagen und Sicherheitsdiagramme vor Gericht, aufgenommen aus seitlicher Perspektive ohne direkte Gesichtsansichten.

Im Zweifel für die Forschung

Cybersicherheitsforschende bewegen sich oft in einem rechtlichen Graubereich – zwischen Wissenschaftsfreiheit, Datenschutz und dem Hackerparagraphen fehlen klare Leitlinien. Im Rahmen von ATHENE begegnet das Fraunhofer SIT dieser Herausforderung mit realitätsnahen Gerichtssimulationen: Echte Richterinnen, Staatsanwältinnen und Verteidiger*innen verhandeln fiktive Szenarien aus dem Forschungsalltag – und schaffen so konkrete Orientierung, decken gesetzliche Lücken auf und liefern wichtigen Input für die Gesetzgebung.

Sicher ans Ziel im Quantenzeitalter

Daten, die wir heute über das Internet verschicken, könnten in zehn Jahren zum offenen Buch werden. Angreifende speichern verschlüsselte Kommunikation bereits heute, um sie später mit Quantencomputern zu entschlüsseln. Besonders für die Automobilindustrie mit ihren langen Produktlebenszyklen ist das eine enorme Herausforderung. Das Projekt PARFAIT, vom Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC, entwickelt deshalb Lösungen, um Fahrzeuge bereits heute möglichst »quantensicher« zu machen.

Laserkommunikation im All 

Wenn Glasfaserkabel auf dem Meeresboden beschädigt werden oder Funknetze ausfallen, zeigt sich, wie verletzlich die weltweite Dateninfrastruktur ist. Europa reagiert darauf mit einem Kommunikationssystem, das weder unter der Erde noch über Funkmasten verläuft, sondern: im Weltraum. Daten sollen künftig mit Hilfe von Laserstrahlen zwischen Satelliten übertragen werden – unabhängig von terrestrischen Netzen, abhörsicher und mit deutlich höheren Übertragungsraten.